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Thunersee

Den Anstoss zur Seeregulierung im Kanton Bern gab die erste grössere Gewässerkorrektion der Schweiz: der Kanderdurchstich. Im Jahr 1714 wurde die Kander in den Thunersee umgeleitet. Das Einzugsgebiet des Thunersees verdoppelte sich dadurch nahezu, was zu häufigen Überschwemmungen führte. In der Folge musste die Abflusskapazität der Aare bei Thun vergrössert werden. Um den Thunersee – insbesondere im Winter bei geringen Zuflüssen – weiterhin auf den gewünschten Pegelständen zu halten und eine ausreichende Wasserführung der Aare zu sichern, mussten am Seeausfluss zwei Regulieranlagen erstellt werden.

Regulieranlagen

Mühleschleuse

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Mühleschleuse

An der Inneren Aare wurde bereits 1723/1724 eine Schleuse errichtet. Sie ist noch heute in der Form des Umbaus von 1788 erhalten. Die Mühleschleuse hat zehn Holztore (sogenannte Tafelschützen).

Scherzligschleuse

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Scherzligschleuse

Mit dem Bau der Scherzligschleuse wurde rund zwölf Jahre nach der Umleitung der Kander in den Thunersee im Jahr 1726 begonnen, nachdem der alte Stadtgraben zu einem zweiten Aarearm (Äussere Aare) ausgebaut worden war. In der heutigen Form existiert die Scherzligschleuse seit 1818. Sie verfügt ebenfalls über zehn Tore (Tafelschützen). Im Normalfall fliesst der Hauptanteil des Aareabflusses durch die Scherzligschleuse.

Hochwasserentlastungsstollen

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Hochwasserentlastungsstollen   

Im Normalfall wird der Abfluss aus dem Thunersee mit der Scherzlig- und der Mühleschleuse reguliert. Bei Hochwassergefahr kann zusätzlich der Hochwasserentlastungsstollen eingesetzt werden. Dieser Stollen ist 1.2 km lang und wurde im Jahr 2009 in Betrieb genommen. Mit diesem Bauwerk wurde die Abflusskapazität aus dem Thunersee noch einmal erhöht: Mit dem Stollen können zusätzlich bis zu 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem See abgegeben werden.

Regulierung bei Hochwasser

Der Thunersee kann bei Hochwassergefahr kurzfristig um 10 bis 20 Zentimeter abgesenkt werden. Diese sogenannte "Vorabsenkung" schafft Rückhaltevolumen im See, um während dem erwarteten Hochwasserereignis übermässige Zuflüsse besser aufzufangen und damit den Hochwasserschutz rund um den Thunersee zu verbessern. Die Absenkung erfolgt primär mit Hilfe der Schleusen. Reichen selbst vollständig geöffnete Schleusentore nicht aus, um eine genügend grosse Abflusskapazität zu erreichen, kann ergänzend der Hochwasserentlastungsstollen eingesetzt werden.

Wenn aus den unterhalb von Thun gelegenen Einzugsgebieten der Zulg, der Rotache, der Chise und der Gürbe besonders viel Wasser in die Aare hineinströmt, kann die Abflusskapazität der Aare in Bern überfordert sein – dies auch, wenn der Stollen gar nicht geöffnet ist. Ist der Stollen jedoch geöffnet, wird darauf geachtet, dass die Unterlieger durch den Stolleneinsatz keine Nachteile erfahren. Während eines Hochwassers aus den erwähnten Einzugsgebieten zwischen Thun und Bern kann der Abfluss durch den Stollen deshalb kurzfristig gedrosselt werden.

Ausserordentliche Seeabsenkungen am Thunersee

Für die Ausführung von Bauarbeiten im Uferbereich des Thunersees können ausserordentliche Seeabsenkungen durchgeführt werden. Dabei gelten die folgenden Regelungen:

  • Sofern es die Witterungsverhältnisse zulassen wird beim Thunersee im Zeitraum vom 20. Januar bis zum 20. Februar ein ausserordentlich tiefer Seepegel gehalten. Die Seekote ist jedoch niemals tiefer als 557.00 m ü.M.
  • Gesuche können nur für folgende Jahre eingereicht werden: 2020, 2024, 2028, 2032
  • Eine Seeabsenkung erfolgt nur, wenn begründete Gesuche vorliegen. Ein Gesuch ist mit dem entsprechenden Formular bis Ende August des Vorjahres beim AWA einzureichen. 

Zuständige Fachpersonen

Gewässerregulierung
Bernhard Wehren
Kontakt per E-Mail
Tel. +41 31 633 38 33

Regulieranlagen
Hanspeter Früh
Kontakt per E-Mail
Tel. +41 31 633 38 31


Weitere Informationen

 


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