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Besondere Fälle

In Gebieten mit provisorisch numerisierten Vermessungsakten sind die folgenden besonderen Fälle zu beachten. Weitere, hier nicht erwähnte, Problemstellungen sind in Berücksichtigung der oben erwähnten Grundsätze zu lösen.

Ersatz und Neubestimmung von Fixpunkten

Sind in einem provisorisch numerisierten Vermessungswerk bestehende Fixpunkte zu ersetzen oder zu verdichten, muss einerseits der Nachbarschaftsgenauigkeit andererseits aber auch der absoluten Genauigkeit Rechnung getragen werden. Die Neubestimmung ist deshalb in der Regel auf die benachbarten LFP1/2 und auf vorhandene, AV93-konforme LFP3 abzustützen. Dabei ist aber die Nachbarschaftsbeziehung zur bestehenden Vermessung zu kontrollieren; weshalb bei der Messung zusätzlich benachbarte Fix- oder Grenzpunkte mit einbezogen werden müssen.

Können keine gravierenden oder systematischen Abweichungen zu bestehenden Punkten festgestellt werden, erfolgt die Berechnung der neuen Fixpunkte nur gestützt auf die LFP1 bis 3. Derart bestimmte Punkte erfüllen die Qualitätsanforderungen der AV93.
Werden zu den bestehenden Vermessungsakten grosse oder systematische Differenzen festgestellt, müssen die alten, bestehenden Punkte zur Wahrung der Nachbarschaftsgenauigkeit mit in die Lagerung des Netzes einbezogen werden. Derart bestimmte Neupunkte erfüllen die Qualitätsanforderungen der AV93 nicht und gelten als Bestandteile der Vermessung alter Ordnung.

Die Messungen müssen als Fixpunktnetz konzipiert sein und die Auswertung muss als vermittelnde Ausgleichung nach der Methode der kleinsten Quadrate geschehen.
Verursacht die Abstützung der neu zu bestimmenden Fixpunkte auf die benachbarten LFP1/2 oder die AV93-konforme LFP3 unverhältnismässig grossen Aufwand, ist die Neubestimmung in die bestehenden, unmittelbar benachbarten, alten Fixpunkte einzuschalten. Die Berechnung erfolgt – damit die erreichten Resultate besser beurteilt werden können - mittels einer strengen Ausgleichung und wird in derselben Art dokumentiert wie in einer AV93-konformen Vermessung (freie und gezwängte Netzausgleichung, Netzplan, Vektorplan). In die unmittelbare Nachbarschaft eingepasste Fixpunkte gelten als Bestandteile der Vermessung alter Ordnung und erfüllen die Qualitätsanforderungen der AV93 nicht.

Projektmutationen und Schnurgerüstabsteckungen

Bei Projektmutationen und Schnurgerüstabsteckungen in engen Verhältnissen ist es angebracht, die noch vorhandenen Grenzzeichen im betroffenen Perimeter vorgängig aufzunehmen und die digitalisierten Koordinaten durch die berechneten Werte zu ersetzen. Dabei müssen auch vorhandene Zwangspunkte und Randbedingungen erfasst werden, um die projektierten Grenzen oder Gebäude berechnen zu können. Moderne Geräte erlauben es, diese Berechnungen bei Neuaufnahmen und Absteckungen direkt im Feld auszuführen. Den Beziehungen zu den unmittelbar benachbarten Grenzen (Grenzabstände und andere Zwangspunkte) ist grösste Beachtung zu schenken. Werden digitalisierte Koordinaten durch neu eingemessene Werte ersetzt, ist die Berechnung immer nachvollziehbar zu dokumentieren.

Sind keine kritischen Zwangsbedingungen vorhanden, kann unter Berücksichtigung des Artikels 106 TVAV direkt mit den digitalisierten Koordinaten gearbeitet werden.

Punkte in einer Geraden

In eine Grenzlinie eingebundene Punkte werden bei einer provisorischen Numerisierung in der Regel nicht in die Linie eingerechnet. Falls im Rahmen der Nachführung die Punkte der Stammlinie und die eingebundenen Punkte eingemessen wurden, können, unter der Voraussetzung, dass die massgebende Toleranz erfüllt wird, die Einbinder in die Linie eingerechnet werden. Das Einrechnen auf eine durch digitalisierte Punkte definierte Stammlinie ist zu unterlassen.


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