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Abschluss der Projektmutation

Die Nachführungsgeometerin bzw. der Nachführungsgeometer ist verpflichtet, sich aktiv um den Abschluss von hängigen Projektmutationen zu bemühen. Die Auswertung «Hängige Folgemutationen» in GRUDA-AV liefert schnell einen Überblick über alle offenen Projektmutationen.

Grenzpunkte ohne Lagebedingungen werden entsprechend ihrer Koordinaten abgesteckt, versichert und in den Datenbestand der amtlichen Vermessung übernommen.

Analog zur Projektmutation kann auch die Abschlussmutation etappiert erfolgen. Dies kann sinnvoll sein,

  • wenn die Bauausführung ebenfalls in Etappen erfolgt, so dass die einzelnen Abschlussmutationen kurz nach der Bebauung der Grundstücke erfolgen kann, oder
  • wenn bei einzelnen Grenzpunkte grosse Lagedifferenzen zur Planung bestehen, so dass eine erneute öffentliche Beurkundung notwendig wird. Die betroffenen Grundstücke können in einer extra Mutation zusammengefasst werden, so dass die Abschlussmutation der restlichen Grundstücke einfach durchgeführt werden kann.  

Bei Grenzpunkten mit Lagebedingungen können Lagedifferenzen zwischen dem abgesteckten, theoretischen Punkt und dem effektivem Punkt im Feld auftreten.

Dabei sind drei Fälle zu unterscheiden:

Lagedifferenz innerhalb der einfachen Standardabweichung

Ist die Lagedifferenz innerhalb der einfachen Standardabweichung gemäss der Weisung vom 01.01.2015 «Amtliche Vermessung Punktgenauigkeiten» für exakt definierte Grenzpunkte, so wird der Grenzpunkt am effektiven Punkt im Feld versichert und in den Datenbestand der amtlichen Vermessung die ursprünglichen (theoretischen) Koordinaten übernommen. Eine Flächenberichtigung ist nicht erforderlich. Das Grundbuchamt erhält die ursprünglichen Mutationsakten als Beleg. Der Abschluss in der GRUDA-AV erfolgt mit dem Geschäftstyp «Mit Grundbuch» mit der Verarbeitungsart «Standard» und der Mutationsart «Abschluss». Die Notarin bzw. der Notar werden darüber informiert, dass auf eine Zweitmutation verzichtet werden kann.

Lagedifferenz zwischen der einfachen Standardabweichung und 10 cm

Verursacht durch die Koordinatenänderung ist eine Flächenberichtigung mit den entsprechenden Mutationsakten ohne öffentliche Beurkundung durchzuführen. Im Mutationsplan wird der neue Grenzverlauf in schwarz dargestellt. Die betroffenen Grundeigentümer werden über den Sachverhalt schriftlich informiert. Dabei ist ihnen eine Frist von 30 Tagen zu eröffnen, innerhalb der sie ihre Einwende gegen die Flächenberichtigung vorbringen können. Werden keine Einwende erhoben, wird die Notarin bzw. der Notar darüber informiert, dass auf eine Zweitmutation verzichtet werden kann. Das Grundbuchamt erhält die Mutationsakten der Flächenberichtigung als Beleg. Der Abschluss in der GRUDA-AV erfolgt mit dem Geschäftstyp «Mit Grundbuch» mit der Verarbeitungsart «Standard» und der Mutationsart «Abschluss».

Abschluss durch Zweitmutation bei Lagedifferenzen über 10 cm

Ist die Lagedifferenz einzelner Grenzpunkte über 10 cm so kann dies nur mit einer Zweitmutation (Abschluss- oder Nachfolgemutation) mit öffentlicher Beurkundung korrigiert werden. Der Abschluss in der GRUDA-AV erfolgt mit dem Geschäftstyp «Mit Grundbuch» mit der Verarbeitungsart «Standard» und der Mutationsart «Abschluss». Die Nachführungsgeometerin bzw. der Nachführungsgeometer müssen aktiv auf die Zweitmutation hinwirken und dies dokumentieren. Kommt die Zweitmutation dennoch nicht zustande, so sind die Grenzpunkte wie in der Projektmutation ursprünglich vorgesehen zu kennzeichnen und allfälliger Überbauten in der GRUDA-AV zu dokumentieren.


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