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Schöne Erfahrung

Die Jahre enger Zusammenarbeit, harter Budgetdiskussionen und lohnender Kompromisse tragen Früchte: Am 3. April 2017 wird das letzte Teilstück der Transjurane eröffnet. Jean-Pierre Zürcher, Abteilungsleiter Nationalstrassenbau (TBA), und Marc Fontana, Fachbereichsleiter Netzvollendung im Bundesamt für Strassen (ASTRA), schauen zufrieden und mit etwas Wehmut auf die spannende Bauzeit zurück.

 

Herr Zürcher, die A16 verläuft auf Berner Seite fast zur Hälfte unter der Erde und weist viele Kunstbauten auf. Ist die Transjurane ein naturverträgliches Bauwerk?

Zürcher: Zu Beginn des Projekts wussten wir noch nicht, wie viele Tunnel es geben wird. Die Bundesversammlung legte die Fixpunkte des Strassenverlaufs fest und auf dieser Grundlage wurde dann geplant. Es war aber immer klar, dass wir Höhenzüge durchbrechen müssen. Zudem mussten wir auf die Umweltverträglichkeit und Fruchtfolgeflächen Rücksicht nehmen. Das hat uns zur heutigen, naturnahen Lösung geführt.

Fontana: Das stimmt. Denn letztlich geht eine neue Autobahn immer zulasten der Umwelt. Aber bei der A16 wurden sämtliche Auflagen erfüllt und mit ökologischen Ersatzmassnahmen ergänzt.

Marc Fontana (ASTRA) erinnert sich mit Jean-Pierre Zürcher (TBA) an die verschiedenen Projektphasen zurück.

Bild vergrössern Marc Fontana (ASTRA) erinnert sich mit Jean-Pierre Zürcher (TBA) an die verschiedenen Projektphasen zurück.

Ist die A16 denn nun auch ein wirtschaftlich sinnvolles Bauwerk?

Fontana: Man kann es immer besser machen – aber eben auch schlechter. Die A16 hat ihren Preis, was aber nicht nur an den Tunneln und Kunstbauten liegt. Denn auch die geologischen Bedingungen waren nicht einfach und die Sicherheitsanforderungen hoch. Wir wollen den Leuten eine Infrastruktur bieten, die auf dem neusten Stand ist – das kostet.

Zürcher: In den letzten 27 Jahren haben wir – wenn möglich – das Ausbruchmaterial vom Tunnelbau wiederverwertet. So etwa am Pierre-Pertuis: Das Gesteinsmaterial wurde für den Strassenunterbau eingesetzt oder zu Beton verarbeitet. Deshalb sind die Tunnel der A16 im Vergleich zu anderen relativ kostengünstig. Zudem haben wir die Tunnelportale sorgfältig aber einfach gestaltet.

Fontana: Im Gegensatz zum Kanton Jura, der ein anderes Konzept hatte. Aber ich würde mich nicht mit der Frage aufhalten, was richtig und was falsch war – wir haben es einfach gemacht. Und das Resultat ist gut, die lokale Bevölkerung scheint zufrieden zu sein.

Zürcher: Zuerst hatten die Leute Angst, man sei zu wenig konsequent und würde z. B. Brücken über Siedlungen oder über den Dorfrand hinweg bauen. Mit der Zeit haben sie aber Vertrauen gewonnen.

 

Und wie hat die Zusammenarbeit zwischen TBA und ASTRA funktioniert?

Fontana: Für die Netzfertigstellung hat der Bund die Oberaufsicht im Nationalstrassenbau, d. h. das TBA erarbeitet die Projekte und das ASTRA genehmigt sie. Wir stehen hinter dem Kanton, pfeifen ihn aber im Bedarfsfall auch mal zurück. In all den Jahren hatten wir aber stets einen offenen Austausch.

Zürcher: Richtige Konflikte gab es in all der Zeit keine, aber natürlich hatten wir schon mal Meinungsverschiedenheiten …

Fontana: Ja, etwa bezüglich Budget. Aber diese Diskussionen sind wichtig und haben uns immer zu guten Kompromissen geführt.

 

Was bedeutet die Eröffnung des letzten Teilstücks für die Abteilung Nationalstrassenbau, Herr Zürcher?

Zürcher: Diese Frage haben wir uns schon vor einiger Zeit gestellt. In den letzten Jahren ist die Anzahl Mitarbeitende laufend zurückgegangen. Durch Pensionierungen und Stellenwechsel wird sich diese weiterhin auf natürliche Weise reduzieren. Uns steht aber noch das Grossprojekt A5 Westumfahrung Biel bevor.

Fontana: Da sich heute das ASTRA um den Betrieb der Nationalstrassen kümmert, können die Kantone die Leute aus dem Bau teilweise anderweitig, z. B. in Kantonsstrassenprojekten, beschäftigen. Das ist eine heikle Situation, war aber auch von Anfang an bekannt.

 

Werfen wir noch einen Blick zurück: Welche Erlebnisse werden Ihnen in Erinnerung bleiben?

Zürcher: Wir konnten uns aktiv in die Entscheidungsfindung einbringen und erhielten vom ASTRA viel Unterstützung – hatten gleichzeitig aber viele Freiheiten. Zudem arbeiteten wir im Team gut zusammen. Was mir auch in Erinnerung bleiben wird ist der Moment, als die Tunnelbohrmaschine bei Moutier im Felsen stecken blieb.

Fontana: Ich konnte das Projekt 17 Jahre lang begleiten und sehe noch die Wälder und Felder vor mir, die wir zu Fuss abgeschritten sind und wo jetzt die Autobahn verläuft. Daran mitgearbeitet zu haben, erfüllt mich mit Stolz. Und letztlich schwingt auch etwas Wehmut mit: Man hat viele Leute kennengelernt, die man beruflich nicht mehr so oft sieht.


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