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Alte Aare: sicher und neu belebt

An der Alten Aare – dem ursprünglichen Flusslauf zwischen Aarberg und Büren – hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Massnahmen zum Hochwasserschutz sowie zur ökologischen Aufwertung bewahren das Gebiet vor Überschwemmungen und fördern gleichzeitig die Biodiversität.

Nach den Überschwemmungen in Lyss 2007 baute der Kanton den Lyssbachstollen. Im Falle eines Hochwassers führt dieser die Wassermassen um Lyss herum – leitet sie allerdings weiter unten via Lyssbach ungebremst in die Alte Aare. Um die unterliegenden Gemeinden zu schützen, bedurfte es deshalb konkreter Massnahmen. Da es sich beim Lauf der Alten Aare aber um ein Auenschutzgebiet nationaler Bedeutung handelt, war relativ schnell klar, dass parallel dazu eine ökologische Aufwertung in Angriff genommen wird. Das Projekt «Hochwasserschutz und Revitalisierung Alte Aare» vereint nun Massnahmen beider Anliegen unter einem Hut. So können die Überschwemmungsgefahr gebannt und gleichzeitig Wasserläufe revitalisiert sowie die Flora und Fauna aufgewertet werden.

Bei den Arbeiten kommt auch schweres Gefährt zum Einsatz, z. B. beim Einbringen von totem Holz ins Gewässer – was neuen Lebensraum schafft und die Strömung beeinflusst (Bild: Basler & Hofmann).

Bild vergrössern Bei den Arbeiten kommt auch schweres Gefährt zum Einsatz, z. B. beim Einbringen von totem Holz ins Gewässer – was neuen Lebensraum schafft und die Strömung beeinflusst (Bild: Basler & Hofmann).

Bauherr ist der Wasserbauverband Alte Aare, der sich aus Vertretern der zehn Anliegergemeinden zusammensetzt. Der Oberingenieurkreis Seeland/Berner Jura – formell die Aufsichts-, Bewilligungs- und Subventionsbehörde – begleitet die Realisierung. Die Projektkosten betragen rund 22 Mio. Franken, wobei Bund und Kanton den Hauptteil tragen.

Realisierung in fünf Schritten

 Das Projekt «Hochwasserschutz und Revitalisierung Alte Aare» erfolgt in fünf Etappen resp. Baulosen.

Bild vergrössern Das Projekt «Hochwasserschutz und Revitalisierung Alte Aare» erfolgt in fünf Etappen resp. Baulosen.

Das Projekt wird in fünf Abschnitten – sog. Baulose – realisiert. Der Startschuss fiel im Januar 2015 im Studegrien (Baulos 1). Die Bauequipe hat hier den alten Damm Studen saniert sowie einen neuen gebaut. Beide verlaufen ausserhalb des Auenwaldes, damit dieser weiterhin überflutet werden kann. Daneben wurden Wasserläufe revitalisiert und neue Amphibienteiche angelegt.

Hochwasserschutz: Der neue Damm Worben verläuft – wie die anderen auch – ausserhalb des Auenwaldes (Bild: Basler & Hofmann).

Bild vergrössern Hochwasserschutz: Der neue Damm Worben verläuft – wie die anderen auch – ausserhalb des Auenwaldes (Bild: Basler & Hofmann).

Im Februar 2016 kamen das zweite und dritte Baulos an die Reihe. Dabei erfolgte im Bereich Schwadernaugrien der Ausbau des Aare-Altarms. Er erhöht das Abflussvolumen im Ereignisfall um bis zu 10 m3/s. Gleichzeitig hat das Bauteam ökologische Aufwertungsmassnahmen realisiert, wie z. B. neue Wasserläufe oder Amphibienteiche. Die Föhrenwälder wurden aufgelichtet und Feuchtwiesen sowie Weichholzauen angelegt. Im Gebiet Busswil-Worben entstand der neue Schutzdamm Worben, der Damm Busswil wurde verstärkt und stellenweise erhöht.

Revitalisierung: Im Bödeli bei Lyss erhielt die Alte Aare einen neuen Seitenarm (Bilder: Basler & Hofmann).

Bild vergrössern Revitalisierung: Im Bödeli bei Lyss erhielt die Alte Aare einen neuen Seitenarm (Bilder: Basler & Hofmann).

Die ersten drei Baulose sind nun fertig, somit stehen noch Baulos 4 und 5 bevor (Bauphase 2018–2019). Im Gebiet Dotzigen sind drei neue Hochwasserschutzdämme geplant. Zudem erfährt der Eichibach über rund 200 m eine Revitalisierung. Bei Grossried entsteht eine neue Überflutungsfläche und im Bereich Grossried-Nord neue Ufersicherungen. Damit sich das hiesige Retentionsbecken nach einem Hochwasser kontrolliert entleeren kann, wird ein neuer Durchlass unter der Kantonsstrasse gebaut. Daneben kommen auch hier ökologische Aufwertungsmassnahmen zum Tragen.


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