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«Wir profitieren voneinander»

Seit der Totalrevision des Strassenbaugesetzes 2009 ist das Tiefbauamt für die Verkehrssicherheit und die vorsorgliche Waldpflege entlang von Kantonsstrassen verantwortlich. Damit wurde eine bis anhin vielerorts bereits gelebte Praxis gesetzlich verankert. Eine Aufgabe, welche die Zusammenarbeit mit dem Forstdienst unabdingbar macht. Über Aufgabenteilung, Herausforderungen und Synergien diskutieren Strasseninspektor Daniel Feuz, Strasseninspektorat Oberland West, und Jonas Heuberger, Revierförster Erlenbach-Därstetten-Oberwil.

 

Herr Feuz, was hat sich konkret für Sie geändert, seit das TBA auch für die vorsorgliche Waldpflege entlang von Kantonsstrassen verantwortlich ist?

Feuz: Wir haben eine zusätzliche Rolle erhalten. Da wir aber für die Waldpflege nicht ausgebildet sind, greifen wir auf die Fachkompetenz des Forstdienstes zurück. Diese Zusammenarbeit funktioniert sehr gut und wir können voneinander profitieren. Was nach wie vor eine grosse Herausforderung ist, sind die Finanzen. Wir haben eine zusätzliche Aufgabe, doch kein zusätzliches Budget. Das muss ich bei der Planung von Sicherheitsholzereien im Auge behalten und Prioritäten setzen.

Heuberger: Die Zusammenarbeit mit dem Strasseninspektorat (SI) kommt uns sehr entgegen, da sich unsere Aufgaben ergänzen. Der Wald leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit der Strassen, dazu muss er zielgerichtet bewirtschaftet und gepflegt werden. Wir zeigen auf, in welchen Waldgebieten Handlungsbedarf besteht und besprechen gemeinsam mögliche Massnahmen. Die Herausforderung dabei ist, alle Beteiligten ins selbe Boot zu holen und die Interessen des Tiefbauamtes, der Waldeigentümer und des Forstdienstes unter einen Hut zu bringen.

Daniel Feuz, Strasseninspektor Oberland West (rechts im Bild) und Jonas Heuberger, Revierförster Erlenbach-Därstetten-Oberwil arbeiten bei der Sicherheitsholzerei eng zusammen.

Bild vergrössern Daniel Feuz, Strasseninspektor Oberland West (rechts im Bild) und Jonas Heuberger, Revierförster Erlenbach-Därstetten-Oberwil arbeiten bei der Sicherheitsholzerei eng zusammen.

 

Auch im Winter 2016 haben das Strasseninspektorat und der Forstdienst bei der Sicherheitsholzerei im Simmental eng zusammengearbeitet.

Heuberger: Die Strecke zwischen Oberwil und Weissenburg ist ein gutes Beispiel für das Zusammenspiel unserer Aufgaben. Wir haben versucht, mit den getroffenen Massnahmen eine möglichst hohe Sicherheit für die Strasse zu erreichen.

Feuz: Die Sicherheit auf der Simmentalstrasse hatte für uns hohe Priorität. Wir mussten vorher immer wieder ausrücken, um heruntergefallene Äste oder kleinere Bäume aus dem Weg zu räumen. Die Planung für die Holzerei war bereits weit fortgeschritten, als es im Frühling 2016 noch zu einem Unfall mit einem herabstürzenden Baum kam. Ein vorbeifahrendes Auto wurde getroffen und der Fahrer verletzt. Es war höchste Zeit, hier etwas zu unternehmen.

 

Hätten sich solche Unfälle auf der Simmentalstrasse sonst gehäuft?

Feuz: Ich will das nicht dramatisieren. Aber das Risiko von weiteren Unfällen durch herabstürzende Bäume oder Äste hätte sicher zugenommen. Wir haben einige Bäume geschlagen, die dem nächsten Sturm oder Schnee wohl kaum standgehalten hätten.

Heuberger: Auch die Gefahr von Hangrutschen oder Steinschlag hätte ohne Eingriff mittelfristig zugenommen. In diesem Wald standen vorwiegend dünne, kurzkronige oder alte, instabile Bäume und es war kaum Jungwuchs vorhanden. Ein solcher Baumbestand kann Strassen und Siedlungen nicht nachhaltig schützen. Wenn wir die alten und instabilen Bäume wegnehmen, erhalten die jungen Bäume und Sträucher genügend Licht und können sich gut entwickeln.

 

Wie waren die Aufgaben verteilt?

Heuberger: Als erstes wurden die Bäume angezeichnet, gemeinsam mit den Waldeigentümern und dem Strasseninspektorat. Im Auftrag des Strasseninspektorats habe ich anschliessend die Projektleitung übernommen. Dazu gehört die Verantwortung für das Ausschreibungsverfahren, die Vergabe und die Ausführung der Holzerei.

Feuz: Für die Organisation der Strassensperrung und der Verkehrsumleitung waren wir vom Strasseninspektorat zuständig. Leitschranken und Brückengeländer haben wir vor der Holzerei demontiert, um Schäden vorzubeugen. Auch die Finanzen lagen in unserer Verantwortung. Das Amt für Wald (KAWA) leistet Beiträge an die Schutzwaldpflege, doch Restkosten bleiben eigentlich immer. Diese muss ich jeweils im Budget der laufenden Rechnung unterbringen.

Heuberger: Wir haben vor der Anzeichnung auch einen Infoabend für die Waldeigentümer durchgeführt. Dieser gemeinsame Auftritt war eine gute Erfahrung. Wir haben uns bei der Präsentation und den anschliessenden Fragen bestens ergänzt.

Feuz: Die Zusammenarbeit hat über das ganze Projekt hinweg sehr gut funktioniert. Die Verantwortungen waren geklärt. Wir wussten immer, wer wofür zuständig ist und konnten uns aufeinander verlassen.


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