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Hochwasserschutz Brienz: Milibach

Im Frühjahr 2019 schloss die Schwellenkorporation Brienz die Hochwasserschutzmassnahmen am Milibach ab. Dank diesen ist der einst gefährdete Dorfteil nun wirkungsvoll geschützt und das Risiko weitgehend eingedämmt.

 

Extreme Niederschläge führten letztmals am 24. Juli 2014 zu Ausuferungen des Milibachs in Brienz. In der Folge entstanden am westlichen Dorfrand grosse Sachschäden. «Die Gefahrenkarte bestätigte das Schutzdefizit: Mehrere Objekte befanden sich im blauen und einzelne im roten Gefahrengebiet», erinnert sich TBA-Projektleiter Oliver Hitz. Ein nicht unwesentlicher Teil der Zone lag sogar über dem Richtwert der kantonalen Risikostrategie.

Rückblick auf Extremereignis

Am 24. Juli 2014, zwischen 6 und 9 Uhr, fiel in Brienz der Hauptniederschlag. Zur selben Zeit wurde auf dem Brienzer Rothorn eine Regenmenge von 36 mm gemessen. In Brienz betrug der Niederschlag 27 mm in 3 Stunden. «Auf rund 20 Kubikmeter pro Sekunde schätzte man den Abfluss des Milibachs, was gemäss Gefahrenkarte zirka alle 30 Jahre vorkommen kann», erläutert Oliver Hitz das Ausmass.
Es mussten vier Gebäude evakuiert werden, doch kamen keine Personen zu Schaden. Der stark geschiebeführende Abfluss bewirkte Ausuferungen und beschädigte das Sagigässli, entlang des linken Bachufers. Auch auf der rechten Seite, wo private Gärten sind, sowie auf der Kantonsstrasse kam es zu Schuttablagerungen. Bei der Mündung in den Brienzersee entstanden an zwei Gebäuden erhebliche Sachschäden. «Bis am Abend hatte sich die Situation wieder beruhigt und die Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren», erzählt Oliver Hitz.

Am 24. Juli 2014 führte der Milibach in Brienz letztmals extremes Hochwasser.

Bild vergrössern Am 24. Juli 2014 führte der Milibach in Brienz letztmals extremes Hochwasser.

Die Lösungsansätze

Die Schwellenkorporation Brienz begann daraufhin mit der Planung von Hochwasserschutzmassnahmen. «Diese sollten Personenrisiken senken und künftige Sachschäden minimieren», fasst Oliver Hitz die Ziele zusammen. Im Vordergrund standen bauliche Massnahmen. «Zuerst prüfte man drei Lösungsansätze: Umleiten, Durchleiten oder Rückhalten», berichtet Hitz. Für das Um- oder Durchleiten bestand zu wenig Freiraum. Also entschied man sich für das Rückhalten.

Während und nach Abschluss der Bauarbeiten in Brienz.

Bild vergrössern Während und nach Abschluss der Bauarbeiten in Brienz.

Geschiebesammler als Lösung

Das Hauptelement des inzwischen realisierten Baus ist ein Geschiebesammler, der sich oberhalb des Dorfes, am Anfang des künstlich angelegten Wasserlaufs befindet. Er weist ein Rückhaltevolumen von 12 000 Kubikmeter auf und besteht aus einer rund 40 Meter langen Rückhaltesperre von 10 Metern Höhe. Zwischen Sammler und Seemündung wurden zudem die Ufer erhöht – und die beiden Brücken von Zentralbahn und Kantonsstrasse mit sogenannten Staukragen versehen, welche die Abflusskapazität deutlich erhöhen sollen. «Mit diesen Massnahmen ist das Siedlungsgebiet im Gefahrenbereich des Milibachs gegen häufige, 30-jährliche und seltene 100-jährliche Ereignisse geschützt», sagt Hitz. Einzig bei sehr seltenen, etwa 300-jährlichen Ereignissen bleiben einige Liegenschaften im Gefahrenbereich. Die Gemeinde Brienz konnte die Gefahrenkarte entsprechend anpassen lassen.

Rückhaltemassnahme: Geschiebesammler oberhalb des Dorfes.

Bild vergrössern Rückhaltemassnahme: Geschiebesammler oberhalb des Dorfes.

Gesamtkosten: 4,6 Millionen Franken
Baustart: Mai 2017
Bauende: Frühling 2019


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