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Aarberg: Holzbrücke saniert

Das Wahrzeichen von Aarberg ist die 86 Meter lange gedeckte Holzbrücke. Seit rund 450 Jahren bildet sie das Tor zur Altstadt. Im Jahr 2017 entdeckte man an ihrem Westportal starke Schäden. 2019 sanierte der Kanton als Eigentümer die Brücke.

 

Die Gemeinde Aarberg ist für die Strasse und deren Unterhalt verantwortlich. Die gedeckte Holzbrücke – das Wahrzeichen von Aarberg – gehört dem Kanton. Bevor man 2017 mit den Reparaturarbeiten an der Fahrbahn begann, wurde die Brücke zwar einer umfassenden Zustandsanalyse unterzogen. Jedoch war da der Schaden an den Portalpfosten nicht sichtbar und konnte erst später festgestellt werden. Das Tiefbauamt sanierte das wetterausgesetzte Westportal im vergangenen Jahr.

Die westlichen Portalpfosten wurden in den 80er-Jahren mit Stahlstäben verstärkt. Wobei das ins Holz injizierte Epoxidharz zusätzlich für Stabilität sorgen sollte. Doch verursachte dieses Schäden: Es bildeten sich Hohlräume, aus denen das Regenwasser nicht mehr entweichen konnte, was zum Verrotten des Holzes führte. Zuerst wollte man die Harze wieder aus dem Holz bringen. «Gemeinsam mit einem Ingenieurbüro, der Denkmalpflege, der Gemeinde Aarberg und mit der Berner Fachhochschule für Architektur, Holz und Bau suchten wir nach einem geeigneten Vorgehen», erzählt der TBA-Projektleiter Bernard Progin. Es zeigte sich, dass diese Stellen vollständig ersetzt werden mussten. «Dazu galt es, zuerst in der Schweiz eine Eiche zu finden, die gross genug war», erklärt Progin. Der Baum musste also gefällt und erst trocken gelagert werden. Diese Vorbereitungszeit dauerte zweieinhalb Jahre. Erst dann konnte man die neuen Pfosten zimmern. Dazu hob man das Dach und den oberen Teil der Brücke an, ohne die Ziegel und den Rahmen zu entfernen. Dabei fiel auf, dass auch die mit Epoxidharz gespritzten Stützbalken verrottet waren und ebenfalls ersetzt werden mussten. Glücklicherweise hatte der Zimmermann genügend Holz einberechnet. Rückblickend sagt der TBA-Projektleiter: «Wir hoffen, dass die ersetzten Holzteile auch wieder 400 Jahre halten werden.»

Das Westportal wurde 2019 saniert.

Bild vergrössern Das Westportal wurde 2019 saniert.

Während den Bauarbeiten zur Sanierung der Brücke.

Bild vergrössern Während den Bauarbeiten zur Sanierung der Brücke.

Unfälle mit Kleinlastern

Die Aarberger Holzbrücke besteht zumeist aus Fichten- und Eichenholz. Die Tragebalken aus Douglasfichtenstämmen wurden bereits vor 20 Jahren ausgetauscht. Aufgrund zahlreicher Unfälle mit Kleinlastern, die an der Holzbrücke anstiessen, mussten die Balken unterhalb des Brückendachs öfters ersetzt werden. Trotz Ausschildern der zulässigen Höhe für die Durchfahrt, trotz Tempolimit von 20 km/h, trotz Warntafeln beidseits der Brücke: Es nützt alles nichts. Auch nach der Renovation im Jahr 2019 wurde die Holzbrücke wiederum gerammt. Dadurch wurde eines der Tragwerke erheblich beschädigt. Nach fast dreiwöchigen Reparaturarbeiten konnte die Brücke für den Verkehr wieder freigegeben werden. Mindestens einmal pro Jahr ereignet sich ein derartiger Unfall, was der Brückenstruktur stets aufs Neue schadet. Nun plant der Kanton zusammen mit der Gemeinde bei der Brückeneinfahrt ein Portal aus Stahlelementen mit lichtreflektierenden Alubalken. Diese explizite Höhenbeschränkung soll künftig die Brücke noch besser schützen.

Fichten- und Eichenholz prägen den Bau der Holzbrücke Aarberg.

Bild vergrössern Fichten- und Eichenholz prägen den Bau der Holzbrücke Aarberg.

Sanierung Westportal Kosten: 225 000 Franken
Baustart: September 2019
Bauende: Oktober 2019


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