Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Heimberg: Hochwasserschutz zugunsten der Autobahn

Seit Oktober 2020 sind am Aareufer bei Heimberg Bauarbeiten im Gang. Der bestehende Uferverbau ist dort am Verfallen und wird bis im Frühling 2021 durch einen strukturierten Uferverbau aus Natursteinen ersetzt. Durch die Massnahme können die Autobahn und die dahinterliegenden Infrastrukturen nachhaltig vor Hochwasser geschützt werden.

 

Zwischen Kiesen und Thun Nord, unterhalb der Brücke Heimberg – Uetendorf, verläuft die Autobahn A6 auf einem etwa ein Kilometer langen Abschnitt in unmittelbarer Nähe der Aare. Der Uferverbau ist dort arg ramponiert und zudem nicht ausreichend dimensioniert. Weil die Flusssohle der Aare erodiert, wird das Ufer immer mehr unterspült. Es besteht das Risiko, dass die angrenzende Autobahn A6 bei einem weiteren Verfall des Uferverbaus unterspült wird. «Aus wasserbaulicher Sicht müsste die Aare in diesem Bereich nicht derart stark verbaut werden», sagt Projektleiter Adrian Fahrni, «zum Schutz der Autobahn sind die Massnahmen aber zwingend nötig.» Weil die Uferverbauung somit als Objektschutz der Autobahn A6 gilt, übernimmt das Bundesamt für Strassen ASTRA 80 Prozent der Kosten von insgesamt 2,8 Millionen Franken.

 
Der Projektperimeter des Instandsetzungsprojekts Aare Heimberg / Autobahn A6

Bild vergrössern Der Projektperimeter des Instandsetzungsprojekts Aare Heimberg / Autobahn A6

Permanente Überwachung des Grundwassers

Eine Besonderheit des Instandstellungsprojekts betrifft dessen heikle Lage in der Grundwasserschutzzone der Wasserfassungen Kiesen. Diese versorgen u. a. die Region Bern mit Trinkwasser. Gemeinsam mit der Baustelle des ASTRA, das parallel zu den Arbeiten des Tiefbauamts die A6 saniert, wurde eine umfassende Grundwasserüberwachung eingerichtet. Aus diesem Grund wird das Grundwasser permanent überwacht. «Bei allfälligen Beeinträchtigungen der Trinkwasserfassung (Trübung, Trinkwasserqualität) müssen die Bauarbeiten sofort eingestellt werden», sagt Fahrni.

Baustellenerschliessung mit Tücken

Weil die Sanierungsarbeiten an der Autobahnquerung beim Sportzentrum eine Erschliessung via Heimberg verunmöglichten, erstellte das ASTRA für die Aare-Baustelle eine eigene, direkte Autobahnaus- und auffahrt. Die Ausfahrt ist allerdings nur in Fahrtrichtung Thun erreichbar. Deshalb müssen sämtliche Materialtransporte (ca. 17 000 Tonnen Natursteine aus dem Oberland) über die Ausfahrt Kiesen fahren, damit sie anschliessend aus der richtigen Richtung auf die Baustelle einbiegen können.

Baupiste im Aare-Gerinne

Um die Natursteinblöcke in der Flusssohle und das Ufer per Lastwagen anliefern und mit den Baggern einbauen zu können, bedurfte es einer Baupiste innerhalb des Aare-Gerinnes. Diese wurde mit Kies aus der Zulg geschüttet und mit Natursteinblöcken und Schotter befestigt. Im Laufe der Bauarbeiten wird das Material aus der Baupiste nach und nach als Uferschutz verbaut und die Baupiste somit flussaufwärts zurückgebaut. Weil die Bagger im Aare-Gerinne stehen, sind die Arbeiten stark vom Wasserstand der Aare abhängig. «Bisher kamen uns die niedrigen Abflussmengen sehr entgegen und wir mussten die Bauarbeiten deswegen noch keinen Tag unterbrechen.» Dafür haben sich die Aushubarbeiten für die Steinblöcke, die rund 3 m unter dem Wasserspiegel eingebaut werden, als sehr aufwändig erwiesen: «Wir sind da auf mächtige Lehm- und Felsschichten gestossen», erzählt Adrian Fahrni. Ziel ist es, die Arbeiten bis Ostern 2021 abzuschliessen.

Aare und Autobahn in enger Verbindung: Mit der Erneuerung des Uferverbaus an der Aare wird die Autobahn A6 bei Heimberg besser vor Hochwasser geschützt.

Bild vergrössern Aare und Autobahn in enger Verbindung: Mit der Erneuerung des Uferverbaus an der Aare wird die Autobahn A6 bei Heimberg besser vor Hochwasser geschützt.

Normalprofil im Abschnitt mit Holzverbau: Oberhalb des üblichen Wasserspiegels im Sommer wird das Aareufer mit Holzgrünschwellen gesichert, unterhalb mit Natursteinblöcken.

Bild vergrössern Normalprofil im Abschnitt mit Holzverbau: Oberhalb des üblichen Wasserspiegels im Sommer wird das Aareufer mit Holzgrünschwellen gesichert, unterhalb mit Natursteinblöcken.

Wenig Platz: Die Bagger bearbeiten das Ufer von der Aare aus.

Bild vergrössern Wenig Platz: Die Bagger bearbeiten das Ufer von der Aare aus.

Abschnitt ohne Holzverbau: Unten Natursteinblöcke, oberhalb des Sommerwasserspiegels bleibt die bereits bestockte, bestehende Pflästerung erhalten.

Bild vergrössern Abschnitt ohne Holzverbau: Unten Natursteinblöcke, oberhalb des Sommerwasserspiegels bleibt die bereits bestockte, bestehende Pflästerung erhalten.


Weitere Informationen

 


Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.bve.be.ch/bve/de/index/direktion/organisation/tba/TBA_update/TBA-Newsletter-Maerz-2021/heimberg-hochwasserschutz-zugunsten-der-autobahn.html