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Belp: saniertes Aareufer für vielfältigen Schutz

In wenigen Wochen wird die Sanierung des linken Aareufers bei Farhubel in Belp abgeschlossen sein. Der Kanton stellt in diesem Abschnitt den Erosionsschutz des Damms ins Zentrum. Denn dieser schützt Belp und Kehrsatz zuverlässig vor Hochwasser. Auf einem Teil der Strecke kommen zudem «wilde» Holzbuhnen zum Einsatz, die einen grossen ökologischen Mehrwert bringen.

 

«Wer den Zustand der Betonbuhnen bei Farhubel in Belp kannte, weiss, dass das Wiederherstellen und das Sichern des Ufers dringend waren», resümiert Jürg Stückelberger, Projektleiter im Tiefbauamt des Kantons Bern. Zumal die 850 Meter lange Uferstrecke auf Belper Seite von der Hunzigenbrücke bis zirka 100 Meter unterhalb der alten Schwellihütte auch eine wichtige Dammfunktion hat. Dank dieser sind grosse Flächen von Belp und Kehrsatz zuverlässig vor Hochwasser geschützt. Für das Sichern des Ufers werden die teilweise komplett zerfallenen Betonbuhnen durch solche aus Stein und Holz ersetzt.

Für Mensch und Tier aufgewertet: «wilde» Holzbuhnen ergeben Struktur und Uferschutz.

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Sichern und wiederherstellen

Entlang des Aareufers bei Farhubel werden insgesamt sieben zerfallene Betonbuhnen durch 17 kleinere Blocksteinbuhnen ersetzt. Unterhalb davon werden zwei Buhnen mit Holzstämmen und Wurzelstöcken errichtet. Solche Holzbuhnen liefern gewässernahen Schatten und sind dank ihrer natürlichen Struktur ideale Unterstände für Fische. Zudem bieten sie auch anderen Wasserlebewesen wertvollen Raum. Da geeignete Wurzelstöcke jedoch rar sind, verwendet man für den Ersatz der Buhnen vor allem Blocksteine.

«Wilde» Holzbuhnen im Einsatz

«Jedoch wollen wir auch Uferteile ohne Buhnen für die Tiere und Pflanzen attraktiv gestalten», sagt Jürg Stückelberger. Dazu werden bis ans Wasser standortgerechte heimische Gehölze gepflanzt und Strukturelemente aus Holz eingebaut. Mittelfristig übernehmen die Wurzeln der neu eingepflanzten Bäume die Funktionalität dieser Holzgerüste und sorgen für den Erosionsschutz des Ufers. Ziel: eine naturnahe und regenerative Konstruktion erschaffen. Auch die für den Bau gerodete Fläche wird wieder mit standortgerechten Baumarten aufgeforstet.

Der Uferweg ist derzeit noch abschnittweise gesperrt und die Umleitung signalisiert. Der Bau der Buhnen kann nur bei tiefem Wasserstand der Aare ausgeführt werden. «Ohne plötzliche Schwankungen des Wasserstands können wir das Projekt im Frühling 2020 abschliessen», plant Jürg Stückelberger. Der sorgfältige Rückbau der Baupiste, das Wiederherstellen des Wanderwegs mit einer feinen Kiesschicht sowie die Bepflanzung der beanspruchten Flächen bilden die abschliessenden Arbeiten.

Standortgerecht gepflanzte Bäume werden in Zukunft für den Erosionsschutz der Ufer sorgen.

Bild vergrössern Standortgerecht gepflanzte Bäume werden in Zukunft für den Erosionsschutz der Ufer sorgen.

Hinweis

Was ist eine «wilde» Holzbuhne?

Eine Buhne ist ein Sporn, der ungefähr im rechten Winkel zum Aareufer in den Fluss gebaut wird, um die Strömung vom Uferbereich in die Flussmitte zu lenken. Damit wird verhindert, dass das Ufer übermässig beansprucht wird und dadurch erodiert.
Die Buhnen der ersten Generation vor über 100 Jahren wurden mit Holz und Steinen erstellt. Ab 1930 bis zu Beginn der 80er-Jahre wurden vorwiegend Betonbuhnen verbaut. Ab 1990 kamen dann hauptsächlich Blocksteinbuhnen zum Einsatz.
Heute versucht man aus ökologischen Gründen, im Wasserbau vermehrt «wildes» Holz einzusetzen. Eine solche Holzbuhne mit Wurzelstöcken erfüllt hydraulisch den gleichen Zweck wie eine Stein- oder Betonbuhne – nämlich die Strömung weg vom Ufer zu lenken und so das Ufer vor Erosion zu schützen.

Meilensteine

Gesamtkosten 1,7 Mio. Franken
Baustart Oktober 2019
Geplantes Bauende März 2020

Weitere Informationen

 


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Informationen über diesen Webauftritt

https://www.bve.be.ch/bve/de/index/direktion/organisation/tba/TBA_update/TBA-Newsletter-Maerz-2020/belp-saniertes-aareufer-fuer-vielfaeltigen-schutz.html