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Sanierung der Kappelenbrücke

Im November 2018 wurden die Sanierungsarbeiten an der Kappelenbrücke fertiggestellt. Auslöser für das Projekt war die schadhafte Fahrbahnplatte gewesen. Dank eines neuen Materials und Verständnis für fliegende Brückenbewohner konnten Probleme elegant bewältigt und die Brücke wieder fit gemacht werden.

 

Die Kappelenbrücke bildet seit 1919 den Übergang über die Aare vor dem Wohlensee. 1996 wurde die Brücke das letzte Mal saniert und verbreitert. Untersuchungen im Jahr 2017 hatten gezeigt, dass die Fahrbahnplatte beschädigt ist und eine weitere Sanierung der 175 Meter langen Betonbrücke unabdingbar wurde.

Undichte Fugen

Als Sofortmassnahme wurde aus Sicherheitsgründen das Tempolimit von 80 auf 50 Kilometer pro Stunde gesenkt. Gleichzeitig erarbeiteten die Fachleute des Oberingenieurkreises II ein Instandsetzungsprojekt, um die Fahrbahnplatte dauerhaft sanieren zu können. Die Fugen zwischen den einzelnen Platten-Elementen waren beschädigt und undicht geworden. Durch die unterschiedlichen Bewegungen der Elemente entstanden im Laufe der Zeit Brüche.

Die Kappelenbrücke im Herbst 2018 nach der Sanierung.

Bild vergrössern Die Kappelenbrücke im Herbst 2018 nach der Sanierung.

Die Fachleute kamen zum Schluss, zur Sanierung der Fugen zusätzlich eine durchgehende Schicht aus Ultra-Hochleistungs-Faserbeton (UHFB) einzubauen. Mit diesem Material können sich die einzelnen Elemente nicht mehr unabhängig bewegen und die Fugen nicht mehr aufbrechen. Der Einbau des UHFB im heissen Sommer war keine leichte Aufgabe für die Bauarbeiter, muss doch das Mischungsverhältnis des Materials mit Wasser sehr exakt eingestellt werden, damit es verarbeitet werden kann. Zudem lässt sich das UHFB bei hohen Temperaturen nicht mehr einbauen, weil es dann schon vor dem Einbau fest und unverarbeitbar werden kann.

Mithilfe einer durchgehenden Schicht von Ultra-Hochleistungs-Faserbeton (UHFB) konnte die beschädigte Fahrbahnplatte saniert werden.

Bild vergrössern Mithilfe einer durchgehenden Schicht von Ultra-Hochleistungs-Faserbeton (UHFB) konnte die beschädigte Fahrbahnplatte saniert werden.

Fast hundertjährig

Bei den allgemeinen Untersuchungen, die zu einem Instandsetzungsprojekt dazugehören, stellten die Experten fest, dass auch die fast hundertjährigen Brückengelenke und der Radweg gelitten hatten. Betonabplatzungen und Korrosion führten dazu, dass hier auch Hand angelegt werden musste.

Um die Brücke auch von unten sanieren zu können, montierten die Bauarbeiter im Sommer 2018 Gerüste.

Bild vergrössern Um die Brücke auch von unten sanieren zu können, montierten die Bauarbeiter im Sommer 2018 Gerüste.

Vögel unter der Brücke

Auf der Unterseite der Brücke machten die Bauarbeiter dann eine interessante Entdeckung. Schon 1996 waren Nistkästen für Mauersegler angebracht worden, welche zum Teil auch bewohnt waren. Nachdem ein Netz zur Sicherung der Arbeiter montiert worden war, war den Mauerseglern aber plötzlich der Weg zurück in ihre Nester versperrt. Sie können ihr Zuhause nur von unten anfliegen. Unterstützung bekam die Baufirma von einem Hobbyornithologen, der die unglücklichen Jungvögel rasch aus den abgedeckten Nistkästen holte. Danach wurde das Schutznetz so aufgehängt, dass Vögel wie auch Bauarbeiter wieder ungestört und sicher ihrer Arbeit nachgehen konnten. Zusätzlich entschloss sich die Projektleitung im Verlaufe der Arbeiten aufgrund einer Anfrage vom Naturschutzverband weitere Kästen zu installieren. Dieses Mal aber hergerichtet für Fledermäuse.

Tempolimit wieder aufgehoben

Die gesamten Arbeiten für die Sanierung der Kappelenbrücke haben rund 2,4 Millionen Franken gekostet. Das Tempolimit ist seit Fertigstellung wieder aufgehoben, der öffentliche und private Verkehr rollt wieder über die frisch sanierte Brücke.

Neu sind auch Kästen für Fledermäuse an der Unterseite der Kappelenbrücke angebracht.

Bild vergrössern Neu sind auch Kästen für Fledermäuse an der Unterseite der Kappelenbrücke angebracht.

Hinweis

Aufwändige Infrastruktur
Das Tiefbauamt ist für die Instandsetzung von 1135 Brücken, 52 Tunneln, rund 500 000 m2 Stützmauern und 23 km Lärmschutzwänden an Kantonsstrassen verantwortlich. Das Kantonsstrassennetz im Kanton Bern hat eine gesamte Länge von 2100 Kilometern. In deren Substanzerhaltung investiert das Tiefbauamt jährlich rund 65 bis 70 Millionen Franken.


Weitere Informationen

 


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https://www.bve.be.ch/bve/de/index/direktion/organisation/tba/TBA_update/TBA-Newsletter-Maerz-2019/sanierung-der-kappelenbruecke.html