Suchbereich

Stichwörter von A bis Z

Navigation




Alte Aare: Ein Vorzeigeprojekt ist vollendet

Flüsse begradigen und kanalisieren, Beton und künstliche Verbauungen – das war gestern. Heute müssen Hochwasserschutz und ökologische Aufwertung Hand in Hand gehen. Das Projekt an der Alten Aare gehört in der Schweiz zu den ersten, bei denen die Philosophie des revidierten Gewässerschutzgesetzes konsequent umgesetzt worden ist. Am 22. Juni wird in Dotzigen der Projektabschluss mit einem öffentlichen Fest gefeiert.

 

Die Massnahmen im Projekt «Hochwasserschutz und Revitalisierung Alte Aare» sind umgesetzt. Entstanden ist ein modernes Werk, das die Anliegen des Hochwasserschutzes und der Natur gleichwertig berücksichtigt. Bis Ende 2020 sind noch Abschlussarbeiten im Gange – danach teilen sich die Zuständigkeiten: Der Wasserbauverband wird fortan wieder zuständig sein für den Unterhalt der wasserbaulichen Massnahmen, der Kanton für die Pflegemassnahmen im Naturschutzgebiet an der Alten Aare.

Das neue Seitengerinne im Schwadernaugrien: Hochwasserschutz und neue Lebensräume für gefährdete Arten in einem.

Bild vergrössern Das neue Seitengerinne im Schwadernaugrien: Hochwasserschutz und neue Lebensräume für gefährdete Arten in einem.

Dem Wasser Raum geben

«So wie hier an der Alten Aare muss Hochwasserschutz heute aussehen», sagt Jörg Bucher, der Zuständige für Wasserbau im Oberingenieurkreis III. «Dem Hochwasser geben wir ausreichend Platz, schaffen gleichzeitig neue Lebensräume für bedrohte und geschützte Arten und werten ein beliebtes Naherholungsgebiet auf.» Als Vorzeigeprojekt gilt die Alte Aare aber auch, weil die umfangreichen Massnahmen in einem Naturschutzgebiet umgesetzt wurden. Schon bei der Projektierung wurde daher sehr eng mit allen zuständigen Behörden und Fachstellen zusammengearbeitet.

Grosses Engagement des Kantons

«Als kantonales Tiefbauamt sind wir im Wasserbau Aufsichts- und Bewilligungsbehörde», sagt Jörg Bucher. «Die Wasserbaupflicht liegt bei den Gemeinden oder – wie im Fall Alte Aare – bei einem Wasserbauverband, der hier 11 Gemeinden zusammenfasst.»

Angesichts der Bedeutung des Alte-Aare-Projekts ging das Engagement des Kantons allerdings weiter: «Wir haben vor allem in der Planungsphase deutlich mehr Einfluss genommen als in einem normalen Wasserbauprojekt. Im Zuge der Umsetzung des Lyssbachstollens (auch ein durch den Kanton ausgeführtes Hochwasserschutzprojekt) ging es nun darum, die nötige Hochwassersicherheit auch unterhalb von Lyss schnellstmöglich umzusetzen. Daher war ein verstärktes Engagement des Kantons, sprich des zuständigen Wasserbauingenieurs, unumgänglich», betont Bucher.

Schutz auch flussabwärts

Angefangen hatte alles mit den Hochwassern in Lyss (2006) und in Dotzigen (2007), als der Lyssbach und der Eichibach über die Ufer traten. Danach wurde der Lyssbachstollen gebaut. Doch für die Gemeinden flussabwärts war damit die Gefahr von Überschwemmungen noch nicht gebannt. Mit dem Projekt an der Alten Aare wurde diese Lücke im Hochwasserschutz nun geschlossen.

Der künftige Unterhalt ist wichtig

Der Schutz gegen Überschwemmungen endet nicht mit dem Bau der Massnahmen. Diese müssen in den nächsten Jahren auch unterhalten werden. Dafür verantwortlich ist der Wasserbauverband. Dieser muss dafür sorgen, dass zum Beispiel die Dämme regelmässig gemäht werden, damit hier keine Bäume wachsen. Diese würden sonst mit ihren starken Wurzeln die Dämme beschädigen. Zudem wurde mit den Hochwasserschutzmassnahmen eine Art Überflutungs-Korridor geschaffen (siehe Grafik). Dieser muss frei bleiben, damit das Wasser hier ungestört abfliessen kann. Wird beispielsweise die Vegetation in der Auslaufmulde beim Grossried zu dicht, muss ausgeholzt werden. Verlandet das neue Seitengerinne im Schwadernaugrien zu stark, muss dieses unter Umständen in ein paar Jahren ausgebaggert werden. Nur durch den Unterhalt der Massnahmen bleibt der Schutz vor Überschwemmungen langfristig erhalten.

Hochwasserschutz vorher und nachher: Das Projekt sorgt im Ereignisfall für eine kontrollierte Überflutung.

Bild vergrössern Hochwasserschutz vorher und nachher: Das Projekt sorgt im Ereignisfall für eine kontrollierte Überflutung.

Einweihungsfest am 22. Juni 2019

Der Wasserbauverband Alte Aare, der die Bauherrschaft für das Projekt innehatte, lädt zusammen mit dem Kanton Bern und dem Bund ein, gemeinsam den Abschluss der Hochwasserschutz- und Revitalisierungsmassnahmen zu feiern: Samstag, 22. Juni 2019, Installationsplatz Scheurenstrasse, Dotzigen bei Lyss. Um 11.00 Uhr findet der offizielle Festakt mit Vertretern des Bundes, des Kantons und des Wasserbauverbandes Alte Aare statt. Anschliessend werden bis 16.00 Uhr im Stundentakt Führungen entlang des neuen Seitengerinnes angeboten. Festbetrieb von 10.30 Uhr bis 16.00 Uhr. Der Installationsplatz ist ab Bahnhof Dotzigen innerhalb von 10 Gehminuten erreichbar.

Neu geschaffene Flächen: Auf Pionierstandorten kann sich die Vegetation von Grund auf neu entwickeln. Diese müssen gepflegt werden, damit sie nicht wieder zuwachsen.

Bild vergrössern Neu geschaffene Flächen: Auf Pionierstandorten kann sich die Vegetation von Grund auf neu entwickeln. Diese müssen gepflegt werden, damit sie nicht wieder zuwachsen.


Weitere Informationen

 


Mein Warenkorb ([BASKETITEMCOUNT])

Informationen über diesen Webauftritt

https://www.bve.be.ch/bve/de/index/direktion/organisation/tba/TBA_update/TBA-Newsletter-Juni-2019/alte-aare-ein-vorzeigeprojekt-ist-vollendet.html