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Susten: Tunnelsanierung auf 2200 Metern über Meer

Zuoberst auf dem Sustenpass, auf über 2200 Metern Höhe über Meer, liegt einer der höchst gelegenen Strassentunnel der Schweiz. Der 1945 erbaute Scheiteltunnel, der Bern und Uri verbindet, wird derzeit erneuert. Ein Grossteil der baulichen Arbeiten wurde 2020 erledigt. Im nächsten Sommer folgt der Finish der Bauarbeiten und der Einbau der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung.

 

325 Meter lang ist der Scheiteltunnel; davon liegen 160 Meter auf Berner und 165 Meter auf Urner Seite. Obschon Uri 5 Meter mehr Tunnel besitzt, läuft das Sanierungsprojekt unter der Federführung des Kantons Bern. Projektleiter Paride Pizzoferrato vom Oberingenieurkreis I erklärt: «Wir vom Oberingenieurkreis I sind seit jeher für den Unterhaltsdienst des Tunnels zuständig. Das ist mit dem Kanton Uri vertraglich so vereinbart. Deshalb war es naheliegend, dass wir auch die Sanierung machen, natürlich in enger Absprache mit den Urnern.» Und auch was die Aufteilung der Sanierungskosten von insgesamt 4,8 Millionen Franken betrifft, haben sich Bern und Uri freundnachbarlich auf eine Fifty-fifty-Lösung geeinigt.

Alte Pflästerung ausgehoben

Der Baubeginn war ursprünglich anfangs Juni geplant. Dank dem schneearmen Winter konnten die Bauarbeiten bereits Mitte Mai gestartet werden. Die ersten verkehrsfreien Wochen bis zur Passöffnung Ende Juni nutzten die Bauleute, um die Fahrbahn abzusenken und eine neue tieferliegende Fahrbahn einzubauen. Unter dem Belag kamen nicht weniger als 200 Kubikmeter Pflastersteine (ca. 500 Tonnen) zum Vorschein, die zur Weiterverwendung an Gartenbaufirmen abgegeben wurden.

Enge Platzverhältnisse

Nach der Passöffnung begann die «heisse» Phase unter Verkehr: Erst wurde der Tunnel über den gesamten Querschnitt abgedichtet, dann das Gewölbe betoniert: Ein 70 Tonnen schwerer Schalwagen arbeitete sich Abschnitt um Abschnitt – alle zwei Wochen fünf Blöcke – durch den Tunnel. Der letzte Block wurde am 7. Oktober bei Schneegestöber unter bereits winterlichen Verhältnissen betoniert. Trotz den komplexen Arbeiten konnte der Verkehr einspurig zirkulieren. Der rege Touristenverkehr im Sommer barg einiges an Herausforderungen: «Die unter dem Schalwagen durchfahrenden Autos passierten das Gerüst oft nur mit wenigen Zentimetern Abstand», erzählt Pizzoferrato, «aber zum Glück lief alles unfallfrei ab.»

Nach dem Winterschlaf geht's weiter

Die Baustelle ist mittlerweile in den Winterschlaf versetzt worden. Auf den Winter hin musste die ganze Installation inklusive der Container ins Tal geräumt werden. «Das ist das Interessante und Herausfordernde an einer Gebirgsbaustelle», sagt Paride Pizzoferrato. «Wann wir die Arbeiten im Sommerhalbjahr 2021 wieder aufnehmen können, wird die Schneesituation entscheiden. Es wird frühestens Mitte Mai sein.»

Bessere Beleuchtung im Tunnel

Dann gilt es zuerst noch die Bankette fertigzustellen, eine helle Wandbeschichtung aufzubringen und den Deckbelag einzubauen, bevor im Spätsommer als letzter Akt der Einbau der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung beginnen kann: Beleuchtung, Energieversorgung und diverse Kommunikationskabel, Brandmeldeanlage, Signalisation der Fluchtwege und vieles mehr. «Alles Anlagen, die beim Bau des Scheiteltunnels 1945 noch keine Rolle spielten», stellt der Projektleiter nüchtern fest, «generell können wir aber die Energiekosten gegenüber vorher deutlich verringern. Vor allem die hellere LED-Beleuchtung im Tunnel dürfte den Verkehrsteilnehmenden künftig auffallen», sagt Pizzoferrato.

Der Susten-Scheiteltunnel verbindet die Kantone Bern und Uri.

Bild vergrössern Der Susten-Scheiteltunnel verbindet die Kantone Bern und Uri.

Enge Verhältnisse: Dem Verkehr blieb nur wenig Platz bei der Durchfahrt unter dem Schalwagen.

Bild vergrössern Enge Verhältnisse: Dem Verkehr blieb nur wenig Platz bei der Durchfahrt unter dem Schalwagen.

Anbringen der Abdichtung am Tunnelgewölbe.

Bild vergrössern Anbringen der Abdichtung am Tunnelgewölbe.

Der letzte Block des Tunnelgewölbes wurde Anfang Oktober bei Schneegestöber betoniert.

Bild vergrössern Der letzte Block des Tunnelgewölbes wurde Anfang Oktober bei Schneegestöber betoniert.


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