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Gewässerregulierung

Die Schleusenwärter des 21. Jahrhunderts

Die Abteilung Gewässerregulierung des Amtes für Wasser und Abfall reguliert die Seestände im Berner Oberland und am Jurasüdfuss. Dabei arbeiten modernste Mess- und Kommunikationstechnik mit Schleusen aus dem 18. Jahrhundert zusammen. Der Zweck der Seeregulierung besteht darin, die Schwankung der Seestände zu verringern. Zuflussspitzen werden abgefedert und Niederwasserstände angehoben. Natürlicherweise hätten die Seen eine wesentlich höhere Schwankungsbreite.

In der Schweiz sind, mit Ausnahme des Boden- und Walensees, alle grösseren Seen reguliert. An den Ausläufen des Brienzer-, Thuner- und Bielersees befinden sich Wehranlagen («Schleusen») für die Regulierung der Seewasserstände. Murten- und Neuenburgersee werden indirekt mit dem Bielersee reguliert.

Einzugsgebiete der drei Wehranlagen im Kanton Bern

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Das Ganze im Blick

Der Regulierdienst arbeitet auf der Grundlage von Regulierreglementen, berücksichtigt aber auch Informationen der Wetterdienste und aktuelle Messdaten. Dabei wird nicht jeder See für sich betrachtet sondern in seinem Zusammenhang mit dem Gewässernetz. Die zentrale Leitstelle befindet sich in Bern.

Wasserstands- und Regenmessstationen erfassen die Grunddaten und warnen, wenn definierte Grenzen überschritten werden. Der Regulierdienst berechnet die Soll-Werte und verändert entsprechend die Stellung der Wehrtore. Bei den Anlagen in Thun und Interlaken geschieht das weitgehend automatisch, beim Regulierwehr Port führt eine zentrale Leitstelle auf Anweisung des Regulierdiensts die nötigen Anpassungen durch.

Regulierreglemente: Ergebnis vieler Kompromisse

Die Ansprüche an die Seeregulierung sind zahlreich und liegen oft weit auseinander. Die Interessen der Seeanlieger widersprechen den Erwartungen der Unterlieger und Nutzungs- und Schutzanliegen gehen diametral auseinander, wie folgende Tabelle zeigt:

Schutz- und Nutzungsanliegen an den Seen

Schutzanliegen Nutzungsanliegen
Hochwasserschutz Schifffahrt (öffentlich, gewerblich, privat)
Flora (Flachmoore, Schilf, Auen) Wasserkraftnutzung
Fauna (Fische, Vögel, Kleintiere) Fischerei
Uferbereiche Erholung (Tourismus, Freizeit, Baden)

Es ist offensichtlich, dass es keine Lösungen gibt, die allen Ansprüchen gleichermassen gerecht werden. Deshalb ist es immer wieder nötig, Kompromisse einzugehen. Die Regulierreglemente sind das Ergebnis all dieser Kompromisse.

Hinweis

Informationen zur Schwemmholzverwertung finden Sie unter diesem Link.


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