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Zusammen zum Ziel

Der Ortsdurchfahrt von Schönried steht eine Sanierung bevor: Ein neu gestalteter Strassenraum sowie eine Tempo-30-Zone sollen mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden bringen. Welche Bedeutung bei der Projektierung die «Standards Kantonsstrassen» und die Zusammenarbeit haben, diskutieren Therese Mösching, Gemeinderätin von Saanen (Infrastrukturkommission), und Markus Wyss, Kreisoberingenieur Oberland.

 

Frau Mösching, warum ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt Schönried so dringend?

Mösching: 2011 haben die Bürger an der Gemeindeversammlung einen Erheblichkeitsantrag gestellt. Sie verlangten, dass in Schönried die Situation für den Fuss- und Veloverkehr verbessert wird.

Wyss: Nach einem ersten Projektentwurf der Gemeinde haben wir die Sanierung an die Hand genommen. Dabei gingen wir nach dem Standardprozess vor und haben eng mit der Gemeinde und einer lokalen Begleitgruppe zusammengearbeitet.

Therese Mösching, Gemeinderätin von Saanen, und Makus Wyss, Kreisoberingenieur Oberland, unterhalten sich über die positiven Auswirkungen des Sanierungsprojekts.

Bild vergrössern Therese Mösching, Gemeinderätin von Saanen, und Markus Wyss, Kreisoberingenieur Oberland, unterhalten sich über die positiven Auswirkungen des Sanierungsprojekts.

Woran kann man dieses Standardvorgehen bei Kantonsstrassenprojekten im Fall Schönried festmachen?

Wyss: Anhand der festgelegten Kriterien, die alle wesentlichen Aspekte zur Qualität einer Strasse wie z. B. die Verkehrssicherheit umfassen, haben wir die Ortsdurchfahrt unter die Lupe genommen und Defizite ermittelt. Die Gemeinde schlug vor, auch die wichtigen Gemeindestrassen in Schönried einzubeziehen. Die Schwachstellenanalyse wurde dann in der rund 20-köpfigen Begleitgruppe diskutiert und wo nötig ergänzt.

Mösching: In der Begleitgruppe verlief die Mitgestaltung sehr demokratisch. Die Gemeinde hat sich bewusst zurückgehalten, damit sich die Interessenvertreter möglichst gleichberechtigt einbringen konnten. Das hat zu einem überzeugenden Resultat geführt.

Wyss: Danach haben wir mit der Begleitgruppe Ziele erarbeitet und zweckmässige Massnahmen vorgeschlagen. Die Gruppe ist für uns so der Gradmesser dafür, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Doch auch wenn die Begleitgruppe das Projekt versteht und gut findet, heisst das nicht automatisch, dass auch die Bevölkerung dahintersteht. Deshalb haben wir das Konzept früh in die Mitwirkung gegeben. Das Resultat fiel mehrheitlich positiv aus. Kritisiert wurde die Tempo-30-Zone mit den aufgehobenen Fussgängerstreifen. Hier müssen wir noch Aufklärungsarbeit leisten.

Mösching: Diese Aufgabe fällt der Gemeinde oftmals leichter als dem Tiefbauamt, da wir näher an den betroffenen Menschen sind. Sie kommen mit ihren Anliegen auch direkt zu uns. Wenn man ihnen dann z. B. aufzeigen kann, dass nicht das ganze Simmental zur Tempo-30-Zone wird, sondern nur 550 m in Schönried, ist die Opposition nicht mehr ganz so gross.

Wyss: Diese Unterstützung ist für den Kanton wichtig. Denn die lokale Bevölkerung glaubt oft, dass ein neues Konzept nicht zu den Verhältnissen in ihrer Gemeinde passen würde – trotz vielfacher Erprobung in ähnlichen Verhältnissen.

 

Was haben Sie auf Gemeindeseite von diesen «Standards Kantonsstrassen» gemerkt, Frau Mösching?

Mösching: Die Standards sind laufend in die Arbeit der Begleitgruppe eingeflossen. Für uns ist die strukturierte Zusammenarbeit mit dem TBA wichtig, um zu wissen, was man überhaupt planen kann.

Wyss: Die Arbeitshilfe ist eher ein Instrument für Ingenieure, welche die Ergebnisse der einzelnen Prozessschritte aufzeigen. Aber zurück zur Zusammenarbeit: Sie formt eine Vertrauensbasis und motiviert letztlich alle, konstruktiv voranzukommen. Ausserdem ist es schön, der Gemeinde einen Weg für ihre eigenen Planungsprozesse aufzeigen zu können.

Mösching: Zu sehen, wie man die Bevölkerung einbeziehen kann, ist für uns sehr wertvoll. Diese Grundsätze werden wir etwa beim Projekt Parkplatzbewirtschaftung wieder berücksichtigen.

Wyss: Partizipative Prozesse brauchen allerdings Zeit – die aber gut investiert ist. Denn das Projekt gewinnt dadurch: Wir hätten nicht dieselben Pläne, wenn wir im stillen Kämmerlein projektiert und ein fixfertiges Konzept vorgestellt hätten.

Mösching: Es braucht auch Zeit, um die Bevölkerung zu informieren, ihre Bedenken aufzunehmen und Zusammenhänge darzulegen. Schönried ist ein verkehrsorientiertes Dorf, das durch die gerade, übersichtliche Strassenführung mit zügigem Tempo durchfahren wird. Die neue Gestaltung wertet es auf und gibt ihm einen einladenden Charakter.


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