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Hochwasserschutz Mutzbach, Riedtwil

Riedtwil in der oberaargauischen Gemeinde Seeberg kämpft immer wieder mit Hochwassern. Zum letzten Mal im Jahr 2007 und dies gleich zweimal hintereinander. Ein Rückhaltedamm im Mutzbachtäli soll den Bach zähmen und das schützenswerte Ortsbild von Riedtwil vor Überschwemmungen bewahren.

Nach heftigen Gewittern im Mai und Juni 2007 wurde aus dem Mutzbach ein reissender Fluss. Er schob Schwemmholz und Geröll vor sich her, bis hinunter ins Dorf Riedtwil. Auf seinem Weg beschädigte er schützenswerte Gebäude und riss insgesamt vier Brücken weg. So konnte das nicht weitergehen. Die Gemeinde Seeberg und der Kanton entschieden sich, ein Hochwasserschutzprojekt ausarbeiten zu lassen. Keine einfache Aufgabe, denn das Tal ist eng, steil und unzugänglich. Kommt dazu, dass im Oberlauf des Mutzbachs der höchste Wasserfall des Oberaargaus über die Felsen stürzt und das Mutzbachtal deshalb regionalen Landschaftsschutz geniesst. Auch in Riedtwil selber sind die Möglichkeiten für Hochwasserschutzbauten eingeschränkt. Der Dorfkern gehört zum Bundesinventar schützenswerter Ortsbilder von nationaler Bedeutung, dem sogenannten ISOS-Perimeter. Infolge dieser Ausgangslage musste das üblicherweise anzuwendende Hochwasserschutzziel eines hundertjährlichen Ereignisses nach unten angepasst werden.

Der Mutzbach hier ganz ruhig. Er kann aber auch anders:  2007 richtet er nach Gewittern grosse Schäden an.

Bild vergrössern Der Mutzbach hier ganz ruhig. Er kann aber auch anders: 2007 richtet er nach Gewittern grosse Schäden an.

Die Mehrzahl der Gebäude im Dorfkern von Riedtwil steht unter Denkmalschutz.

Bild vergrössern Die Mehrzahl der Gebäude im Dorfkern von Riedtwil steht unter Denkmalschutz.

Der Damm

Als zentrale Massnahme ist ein Erddamm vorgesehen, der quer durch das Mutzbachtäli führt – sechseinhalb Meter hoch, 100 Meter lang und 40 Meter breit. So wird ein rund 22 000 Kubikmeter fassendes Rückhaltebecken geschaffen. Damit ist Riedtwil bis zu einem alle 30 Jahre auftretenden Hochwasser geschützt. Bei grösseren Ereignissen fliesst das Wasser kontrolliert über den Damm und das Dorf hat genug Zeit, das erarbeitete Notfallkonzept aktiv umzusetzen. Zudem hält ein Schwemmholzrechen, rund 70 Meter unterhalb des zukünftigen Dammes, zusätzlich Schwemmholz aus dem Einzugsgebiet zurück. Der Rechen wurde nach den Überschwemmungen 2007 als Sofortmassnahme erstellt.

Visualisierung Richtung Riedtwil. Quer durch das Mutzbachtäli wird der Erddamm aufgeschüttet und so bergseitig ein Rückhaltebecken geschaffen.

Bild vergrössern Visualisierung Richtung Riedtwil. Quer durch das Mutzbachtäli wird der Erddamm aufgeschüttet und so bergseitig ein Rückhaltebecken geschaffen.

Ökologische Aufwertung

Durch den Bau des Rückhaltedamms wird der Mutzbach überdeckt, was einen Eingriff in ein ökologisches System darstellt. Als Ersatzmassnahme werden der Mutzbach im Dorfgebiet von Riedtwil und zwei Weiher im Mutzbachtäli ökologisch aufgewertet. Auch der Mutzbachweg, welcher als Wanderweg ausgeschieden ist, wird sich verändern. Beim Damm wird er in Zukunft zwei Meter höher liegen und um einige Meter verschoben.

Baustart diesen Winter

Der Wasserbauplan wurde im September genehmigt. Bis in zwei Jahren sollte das Projekt abgeschlossen sein und die Riedtwiler können beim nächsten Hochwasser ruhig schlafen. Die Projektkosten betragen 2,5 Millionen Franken, der Subventionssatz 76 %.

 


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