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Ausgabe 5/2016

Liebe Leserin
Lieber Leser

Während im nationalen Parlament über die Energiewende gestritten wird, machen wir hier im Kanton Bern Nägel mit Köpfen, und das seit mehreren Jahren und in verträglichen Schritten.

Am 1. September treten nun neue Massnahmen in Kraft. Der Regierungsrat hat soeben Anpassungen bei der Energieverordnung beschlossen. Beispielweise gelten ab dem 1. September strengere Grenzwerte für den Energieverbrauch von neuen Gebäuden.

Und ab sofort gibt es die so genannte Abwrackprämie für Ölheizungen. Wer seine Ölheizung durch eine Anlage ersetzt, die mit Erneuerbarer Energie läuft, bekommt mindestens 4'000 Franken an die neue Anlage vergütet. Das gibt Hausbesitzern einen Anreiz umzusteigen. Wir haben mit solchen Förderprogrammen gute Erfahrungen gemacht, beispielsweise beim umweltverträglichen Ersatz von Elektroheizungen.

Ölkesselersatz mit Wärmepumpe

Bild vergrössern Ölkesselersatz mit Wärmepumpe

Im Herbst kommt dann ein weiterer Schritt: Wir werden zusammen mit dem Grossen Rat das geltende kantonale Energiegesetz zu revidieren beginnen. Denn wenn wir – wie vom Stimmvolk im Kanton Bern beschlossen – bis im Jahr 2035 den Gesamtwärmebedarf in Gebäuden kantonal um 20 Prozent reduzieren und den Wärme- und Strombedarf möglichst CO2-neutral und mit erneuerbaren Energien decken wollen, braucht es zusätzliche Massnahmen. Vorgesehen ist zum Beispiel:

  1. In Neubauten sollen keine Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen und es soll neu ein Anteil Eigenstromerzeugung verlangt werden.
  2. Die Gemeinden sollen mehr Kompetenzen erhalten, um in ihren Bauvorschriften strengere Energievorgaben zu machen. Der Umsetzungsbericht zeigt, dass viele Gemeinden erfreulich aktiv sind. Das wollen wir nicht behindern.
  3. Wir suchen ebenfalls nach mehrheitsfähigen Wegen, wie Energieeffizienz honoriert und Energieverschwendung unattraktiv gemacht werden könnte. Das ist nötig, weil wir insbesondere beim Energieverbrauch des Gebäudeparks noch nicht auf Kurs sind. Das zeigt der letztjährige Bericht zur Umsetzung der Energiestrategie.

Die Energiegesetzrevision wird es politisch nicht einfach haben – da mache ich mir nichts vor. Aber ich werde für jede einzelne Massnahme kämpfen. Und ich hoffe auf neue Verbündete. Es geht ja nicht nur um Umweltfragen, es geht auch um die Versorgungssicherheit und es geht um Kosteneinsparungen für den Kanton. Wussten Sie, dass der Geldabfluss durch den Kauf von Erdöl im Kanton Bern heute ca. 500 Mio. Franken pro Jahr beträgt? Mit der anlaufenden Umstellung auf Erneuerbare haben wir bereits heute jedes Jahr etwa 100 GWh weniger Erdölimporte – das zeigt der Umsetzungsbericht. Und das bedeutet eine jährliche Kosteneinsparung von 8,7 Millionen Franken für die Volkswirtschaft des Kantons Bern!

Das Potenzial, das in der Energiewende für die Produzenten von Erneuerbaren, für die Gebäudesanierungs-Branche, überhaupt für die Bauwirtschaft schlummert, ist riesig – gerade auch im Kanton Bern, wo Mühleberg im Jahr 2019 als erstes und bisher einziges AKW der Schweiz vom Netz gehen wird.

Das ist eine Herausforderung. Und es ist eine Riesenchance!

Herzlich
Barbara Egger-Jenzer, BVE-Direktorin und Regierungsrätin


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