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Ausgabe 2/2017

Liebe Leserin
Lieber Leser


Soeben hat mir der Regierungsrat den Kredit für das Tram Ostermundigen bewilligt. Wer mich kennt, weiss: das freut mich enorm. Mein politisches Herz schlägt für den öffentlichen Verkehr, für Fussgängerzonen, für sichere Schulwege und für gute Velowege. Solche Projekte habe ich während meiner bald fünfzehnjährigen Amtszeit gefördert, wo ich nur konnte.

Manchmal braucht es aber auch eine neue Strasse. Zum Beispiel die Umfahrung Aarwangen. Wir werden am 21. Mai 2017 darüber abstimmen, und ich werde mich für diese Strasse ebenso vehement einsetzen wie für das Tram Ostermundigen. Denn diese Strasse, liebe Leserinnen und Leser, die muss sein.

Ein erster Grund ist die Schulwegsicherung in Aarwangen. Schauen Sie sich dieses Bild an:

Schulweg in Aarwangen

Bild vergrössern Schulweg in Aarwangen

Das Foto lässt sich beliebig wiederholen, denn durch den engen Ortskern von Aarwangen zwängen sich heute etwa gleich viele Fahrzeuge wie durch den Gotthard:
an Werktagen 16‘000 Fahrzeuge, bis zu 100 Camions pro Stunde.

Es geht nicht, dass wir die Menschen in Aarwangen systematisch solchen Gefahren aussetzen, sie mit Lärm beschallen, ihnen die Luft über die Grenzwerte hinaus verpesten.

Das Problem lässt sich lösen, wenn wir den motorisierten Verkehr von der Autobahn nach Langenthal und seine Industriegebiete nicht mehr automatisch durch den Ortskern von Aarwangen lenken. Dieser Verkehr nimmt zu: Bis im Jahr 2030 könnten es 25% mehr Fahrzeuge sein. Meine Fachleute haben alle möglichen Varianten geprüft und sind zum Schluss gekommen, dass nur eine Umfahrungsstrasse eine wirklich spürbare Verbesserung bringen kann.

Eine Strasse ist nichts Schönes, und eine Strasse, die wie die Umfahrung Aarwangen durch eine erhaltenswerte Landschaft führt, erst recht nicht. Aber am Schluss stehen wir vor der Frage, ob wir Biber, Gelbbauchunke und Libelle stärker gewichten wollen als Schulkinder, Fussgänger und Velofahrer. Gehören denn die Aarwangenerinnen und Aarwangener nicht auch zur Natur?

Es kann nicht sein, dass die grossen Städte für sich lärm- und verkehrsarme Lebensqualität reklamieren, diese jedoch den kleineren Städten nicht zugestehen.

Selbstverständlich werden wir die 3,6 Kilometer lange Strasse umwelt- und landschaftsverträglich bauen. Die Strasse soll deshalb auch streckenweise unsichtbar in einem 500 Meter langen Tunnel verlaufen. Zur Kompensation werden wir Wald aufforsten, die Landschaft aufwerten und renaturieren. Wir werden neue Geh- und Velowege in und um Aarwangen bauen und den öffentlichen Verkehr auch in dieser Region weiter fördern. Mit solchen Massnahmen versuchen wir, den motorisierten Verkehr möglichst zu vermeiden und ihn zu verlagern. Diese beiden „V“ stehen für die zwei wichtigsten Lösungsansätze der kantonalen Gesamtmobilitätsstrategie. Das dritte „V“ geht oft vergessen. Er steht für „Verkehr verträglich gestalten“. Genau das möchte ich mit der Umfahrung von Aarwangen tun.

Nichts tun wäre Verelendungsstrategie. Sie beginnt auch mit einem „V“, wäre aber verantwortungslos.
 

Herzlich
Barbara Egger-Jenzer, BVE-Direktorin und Regierungsrätin


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