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Ausgabe 15/2016

Liebe Leserin
Lieber Leser

Die Stapi

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Die Stapi-Wahlen in der Stadt Bern beschäftigen weit über die Gemeindegrenze hinaus. Überall diskutieren die Leute darüber, wem sie am 15. Januar 2017 ihre Stimme geben würden: Ursula Wyss oder Alec von Graffenried.

Es stimmt mich immer wieder sehr nachdenklich, an welchem Punkt viele Diskussionen landen – auch und gerade unter Frauen. „Er ist einfach so sympathisch“, hört man. Und: „Sie ist mir irgendwie einfach nicht sympathisch.“

Kennen Sie das Heidi-und-Howard-Experiment? Zwei Gruppen von Studenten bekamen 2003 von einem Harvard-Forschungsteam die Story einer sehr erfolgreichen Firma vorgelegt. Einziger Unterschied: Im einen Fall hiess der Chef Howard, im andern Heidi. Beide wurden von den Studenten als kompetent beurteilt. Aber Howard fanden sie sympathisch. Heidi mochten sie nicht.

Das Experiment zeigt, dass wir auch in diesem Jahrtausend die Rollenklischees nicht überwunden haben. Unbewusst assoziieren wir beim Mann Erfolg als sympathische Eigenschaft, die erfolgreiche Frau hingegen missbilligen wir.

Nicht nur Männer, auch wir Frauen tragen eine lange Liste von unbewussten Zuschreibungen mit uns herum. Testen Sie sich selbst im Ursula-und-Urs-Experiment:

Ursula-und-Urs-Experiment

Von Ursula Wyss wird gesagt Von einem Urs Wyss würde gesagt

Sie ist machthungrig

Er ist ein Machertyp

Sie ist berechnend

Er ist ein Stratege

Sie ist überehrgeizig

Er hat einen starken Gestaltungswillen

Sie ist im Polit-Filz

Er ist bestens vernetzt

Sie ist kühl und unnahbar

Er ist nüchtern und unbestechlich

Wir in der BVE kennen solche Rollenklischees, haben den genderbereinigten Blick und konzentrieren uns deshalb bewusst auf die messbaren Leistungen und die objektivierbaren Eigenschaften von Kandidatinnen und Kandidaten. Dass wir uns bei Kaderpositionen bei gleicher Qualifikation für die Frau entscheiden, hat damit zu tun, dass es nach Tausenden von Jahren mit Rollenklischees Nachholbedarf gibt.

Ein Punkt für Ursula Wyss also. Für mich noch zentraler ist aber der zweite Punkt: Ursula Wyss ist qualifizierter. Ihre Polit-Erfahrung, ihre Erfahrung als Chefin einer grossen städtischen Direktion, die Projekte, die sie nach vier Jahren Arbeit bereits vorweisen kann: Man muss Tomaten auf den Augen haben, wenn man das nicht sieht!

Ich wünsche Ihnen besinnliche Festtage und im neuen Jahr 2017 weniger Rollenklischees.

Herzlich
Barbara Egger-Jenzer, BVE-Direktorin und Regierungsrätin


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