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40-jährig und so alt wie das Frauenstimmrecht

Normalerweise habe ich mit grauen Schriftstücken im A4-Format zu tun. Für einmal gab’s Abwechslung: Am 21. November weihte ich ein Buch voller Bilder und Lebendigkeit ein. Es heisst „Geboren am 7. 2. 1971. Die Mütter und Töchter des Frauenstimmrechts.“

In meinem allerersten Newsletter im September 2010 habe ich Frauen gesucht, die am 7. Februar 1971 geboren und damit gleich alt wie das Frauenstimmrecht sind. Im Januar 2011 habe ich gut zwei Dutzend dieser Frauen aus der ganzen Schweiz zu einem Apéro ins Berner Rathaus einladen können. Gemeinsam haben wir auf den 40-Jahre-Geburtstag des Frauenstimmrechts angestossen. Und jetzt ist das Buch „Geboren am 7. 2. 1971. Die Mütter und Töchter des Frauenstimmrechts“ erschienen zu dem ich das Vorwort verfasst habe.

Buch "Geboren am 7.2.1971. Die Mütter und Töchter des Frauenstimmrechts"

Bild vergrössern Buch "Geboren am 7.2.1971. Die Mütter und Töchter des Frauenstimmrechts"

Im Buch kommen lauter Frauen zu Wort, die dieses Jahr 40 geworden sind, zum Teil lernen wir sie in Gesprächen mit ihren Müttern und Töchtern kennen. Dieser unverfälschte O-Ton öffnet zusammen mit den vielen Bildern einen bunten Strauss von weiblichen Lebensentwürfen – von der Juristin in Brüssel über die Hausfrau im Jura bis hin zur Küchenverkäuferin in Solothurnischen. Und wir stellen fest: Trotz dieser enormen Vielfalt gibt es klare Gemeinsamkeiten: Das berufliche Understatement, eine gewisse Genügsamkeit, die Anpassungsfähigkeit an die Familie, die Flexibilität von Frauen überhaupt.

Es zeigen sich auch neue Rollen-Zwänge. Zum Beispiel, wenn sich eine Mutter dafür rechtfertigen muss, dass sie eine Zeitlang nicht berufstätig war, als die Kinder klein waren, wie sie im Buch erzählt. Manchmal dünkt mich, heute werde eine Frau erst dann als gleichwertig angeschaut, wenn sie vier Kleinkinder hat, auch im Supermarkt mit High Heels auftritt und daneben noch mindestens Verwaltungsratspräsidentin eines internationalen Konzerns ist. Gegen solch neue Zwänge sollen sich Frauen genauso wehren wie gegen frühere Einschränkungen. Chancengleichheit heisst nämlich auch, nicht ständig die Überfliegerin sein zu müssen!

Viele der alten Probleme sind ja immer noch nicht vom Tisch. Vor ein paar Tagen ist die neue Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik erschienen: Demnach verdienen Frauen noch immer durchschnittlich 18,4 % weniger als Männer für die gleiche Arbeit, in Kaderstellen sind es sogar 29,1 %. Noch immer leisten Frauen den Grossteil an unbezahlter Arbeit. Und noch immer sind Frauen in Politik und Wirtschaft untervertreten. Es gibt noch viel zu tun. Deshalb wird bei mir in der BVE Teilzeitarbeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ganz gross geschrieben. Und deshalb organisiere ich seit Jahren Treffen, wo sich Kaderfrauen oder Exekutivpolitikerinnen kennen lernen und austauschen können.


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Informationen über diesen Webauftritt

http://www.bve.be.ch/de/index/direktion/direktor/newsletter/ausgabe_08_2011/40-jaehrig_und_so_alt_wie_das_frauenstimmrecht