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Meine pfiffigen Mitarbeiter

Die neuen Lärmschutzwände zwischen Lyss und Biel sind sicherer und günstiger als die herkömmlichen. Erfunden hat sie ein BVE-Mitarbeiter. In der BVE geboren wurde auch die „Leitplanke, die nachwächst“. Und viele gescheite Spar-Ideen.

Warum eigentlich werden Staatsangestellte immer wieder als faul und phantasielos abqualifiziert? Meine Erfahrungen sind ganz andere: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BVE lösen Probleme, die sich stellen, aktiv, rasch und engagiert. In der BVE werden auch Erfindungen gemacht.

So konnte ich den Medien vor gut einem Monat die neuen Lärmschutzwände von Roger Montandon, stellvertretender Kreisoberingenieur Seeland/Jura, vorstellen: Sie stehen entlang der Schnellstrasse zwischen Lyss und Biel. Neu daran ist, dass nur noch das Anfangs- und das Schlusselement fest im Boden verankert werden müssen. Die Elemente dazwischen stehen – von einem Kupplungssystem gehalten – auf dem Boden.

Die Vorteile des neuen Systems sind eklatant:

  • Die neuartigen Lärmschutzwände schützen die Autoinsassen bei schweren Unfällen, weil sie bei einem Aufprall etwas nachgeben.
  • Anders als bei den konventionellen Lärmschutzwänden, deren Montage mehrere Monate dauert, ist das neue System in ein paar Tagen aufgestellt. Und es ist rasch umgebaut, sollte sich bei den Zufahrten etwas ändern.
  • Das neue System ist ein Viertel billiger als die herkömmlichen Lärmschutzwände. Auf der Strecke Lyss-Biel konnten wir so 300‘000 Franken sparen.

Die BVE hat die neuen Lärmschutzwände in enger Zusammenarbeit mit einer lokalen Firma gebaut – das ist ein weiterer Vorteil. Wir brauchen solche Kooperation zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft.

Die „Leitplanke, die nachwächst“

In der BVE ist nicht zum ersten Mal eine Erfindung gemacht worden. Vor ein paar Jahren gab beispielsweise die „Leitplanke, die nachwächst“ viel zu reden. Franz Karrer, Strasseninspektor Mittelland West, regte an, Leitplanken nicht mit den gängigen Stahlkonstruktionen, sondern mit massiven Halbrundhölzern zu ersetzen. Nach dem Sturm „Lothar“ war Holz ja im Überfluss vorhanden.

Der Prototyp der Holzleitplanke wurde 2003 im Gantrischgebiet montiert, die Reaktionen waren äusserst positiv: Die Holzkonstruktion passte gut in die Landschaft und gefiel der Bevölkerung viel besser als die Stahlkonstruktion. Die Forstwirtschaft, aber auch regionale Holzbauer freuten sich über den neuen Markt. Zudem war das Produkt nachhaltig: Holz ist ein einheimisches Produkt und wächst nach. Kein Wunder, kamen aus anderen Regionen der Schweiz Anfragen. Heute sind wir am Überprüfen der Holzleitplanken. In der Zwischenzeit haben sich Bestimmungen geändert: zum Beispiel gilt so eine Holzleitplanke heute als Sondermüll. Ich bin sicher, dass Franz Karrer sich auch zur Behebung dieses Problems etwas einfallen lässt.

Weniger Leitpfosten, keine unnötigen Markierungen

Innovative Mitarbeitende helfen übrigens auch, Kosten zu sparen. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass man im Kanton Bern immer weniger Leitpfosten sieht? Auch hier war es Franz Karrer, der einen Denkprozess in Gang gesetzt hat: Nicht überall, wo Leitpfosten stehen, sind sie auch sinnvoll und nötig.

Leitpfosten nicht notwendig, wenn Abstand Leitplanke vom Strassenrand > 50 cm. Leitplanken mit Reflektoren (Katzenaugen) ausrüsten.

Bild vergrössern Leitpfosten nicht notwendig, wenn Abstand Leitplanke vom Strassenrand > 50 cm. Leitplanken mit Reflektoren (Katzenaugen) ausrüsten.

Weniger Leitpfosten heisst: Keine teure Montage; keine Reinigungsarbeiten; einfachere Mäharbeiten; kein teurer Ersatz, wenn wieder einmal ein Leitpfosten von einem Unbekannten umgefahren wird; keine Entsorgungskosten. Klingt einleuchtend – aber jemand muss die Gewohnheit hinterfragen und den Anstoss machen.

So wenig wie möglich und nur so viel wie nötig: Dieses Prinzip haben Beat Schweizer, Leiter Verkehrstechnik im Tiefbauamt, und Franz Karrer direkt und konkret für die Strassenmarkierungen eingeführt:

Sie machen sich keine Vorstellung, wie viel mit solch „kleinen“ Massnahmen gespart werden kann!

Ich danke allen pfiffigen Mitarbeitenden in der BVE, die mit ihren Innovationen helfen, Arbeitsabläufe intelligenter zu strukturieren, Kosten zu sparen und die Infrastrukturen sicherer und attraktiver zu gestalten. Sie helfen mit ihrem Erfindergeist nicht nur dem Kanton Bern, sie demonstrieren auch, wie gut Staatsangestellte sind!


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