Kanton Bern

Kanton Bern Startseite

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion Startseite


Navigation



Auch beim Wasser soll Gerechtigkeit herrschen

In diesem Frühling erlebten wir Sonne und Wärme im Überfluss – und ausgesprochen tiefe Wasserstände vor allem im Bieler-, Neuenburger- und Murtensee. Dafür, dass die Trockenheit sich nicht drastischer auswirkte, sorgte der Fachbereich Seeregulierung in der BVE.

Der Tagesablauf von Bernhard Wehren, dem Leiter der Seeregulierung, und seinem Team klingt unspektakulär: Die 6 Männer sind verantwortlich dafür, dass laufend die Pegelstände der Seen und die Abflussmengen der grösseren Flüsse verfolgt und Meteo-Daten und weitere Informationen zum Wetter ausgewertet werden.

Wie wichtig die Seeregulierung ist, erkennen wir erst dann, wenn sich ungünstige Wetterverhältnisse abzeichnen – beispielsweise starker Dauerregen oder ausgeprägte Trockenperioden. Würden die Seeregulierer in diesen Situationen nicht präventiv eingreifen, müssten wir uns regelmässig mit Überschwemmungen oder Wasserknappheit abfinden.

Während der herrschenden Trockenheit Ende Mai wurde beispielsweise ein solches Eingreifen nötig, damit die Seen im Kanton Bern nicht auf zu tiefe Wasserstände fallen. Bei einer Hochwassersituation werden umgekehrt die Schleusen so justiert, dass möglichst nirgends die Keller überschwemmt werden. Früher wurden die Regulier-Manöver an den Schleusen von Hand vorgenommen. Heute werden die meisten Regulier-Anlagen weitgehend automatisch und zentral von der Reiterstrasse 11 aus gesteuert.

Regulierzentrale in Bern

Bild vergrössern Regulierzentrale in Bern (Bild: Felix Frank)

Je nach Pegelstand kann es auch vorkommen, dass sich Fischer oder Anwohner, Wasserkraftwerk- oder Schifffahrtsbetreiber, Umweltschützer oder Wassersportler an den Regulierungsdienst wenden und verlangen, dass die Schleusen einseitig nach ihren spezifischen Bedürfnissen verstellt werden. Dann beginnt für die Männer von der Seeregulierung eine andere Art von Regulierungsarbeit: Geduldig erklären sie, dass der Vorteil des Anrufers zum Nachteil eines andern würde, dass ein See genutzt werden darf, aber auch geschützt werden muss und dass ausgleichende Gerechtigkeit zwischen den verschiedenen Regionen und Interessen letztlich alle gegen Willkür schützt.

„Die meisten Anrufer verstehen das und akzeptieren darum einen vorübergehenden Nachteil“, hat mir Bernhard Wehren erzählt. Hut ab vor dieser Überzeugungsleistung – eigentlich müsste jeder Politiker, jede Politikerin einmal ein Praktikum beim Fachbereich Seeregulierung der BVE machen!

Übrigens: Wenn im Sommer die Aare plötzlich von einer Stunde auf die andere merklich abkühlt, hört man immer wieder den Vorwurf „Jetzt haben die wieder die Schleuse in Thun geöffnet“. Das stimmt nicht. Die Aare kühlt ab, wenn kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche des Thunersees gelangt und in die Aare gespült wird. Das lösen hauptsächlich bestimmte Windverhältnisse aus – und diese kann die Seeregulierung leider nicht steuern.

 

Mühleschleuse in Thun

Bild vergrössern Mühleschleuse in Thun (Bild: Felix Frank)


Weitere Informationen

Kontakt

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern

Generalsekretariat
Reiterstrasse 11
3011 Bern

Tel. 031 633 31 11
Fax 031 633 31 10
Kontakt per E-Mail
Kontaktformular

Öffnungszeiten:

Montag - Donnerstag
08.00 -12.00h
13.30 - 17.00h

Freitag
08.00 - 12.00h
13.30 - 16.30h

 


Informationen über diesen Webauftritt

http://www.bve.be.ch/de/index/direktion/direktor/newsletter/ausgabe_05_2011/auch_beim_wasser_soll_gerechtigkeit_herrschen