Die Wetterkapriolen der letzten 12 Monate
Im Dezember blockierten massive Schneefälle Europa – und trotzdem fehlt jetzt in den Schweizer Bergen der Schnee! Das sind nicht die einzigen Wetterkapriolen der vergangenen 12 Monate:
- Im Februar 2010 sterben 40 Menschen in Schlammfluten und reissenden Sturzbächen auf Madeira. Besonders verwüstet wird die Hauptstadt Funchal.
- Im Juni 2010 ergeben Messungen: Die arktische Eisdecke ist auf die kleinste je um diese Jahreszeit gemessene Ausdehnung geschrumpft.
- Zwischen Mai und August 2010 löst eine Hitzewelle in Russland die grössten Waldbrände seit Menschengedenken aus. Die Juli-Temperatur in Moskau liegt 7,6 Grad höher als normal. Es kommt zu Ernteausfällen, die Regierung verbietet Weizenexporte. Moskau liegt wochenlang unter einer Wolke aus giftigem Smog.
- Gleichzeitig sterben in Pakistan nach schweren Regenfällen über tausend Menschen in den Fluten, Millionen müssen aus ihren Häusern fliehen. Vergleichbare Überschwemmungen gibt es in China und - in kleinerem Mass - in Deutschland, Polen und Tschechien.
- Am 11. August 2010 publiziert die World Meteorological Organisation WMO Zahlen: Das Jahr 2010 ist das weltweit wärmste seit Beginn der meteorologischen Messungen im Jahr 1880.
- Im Juli und August 2010 brechen in Grönland zwei gigantische Eisberge ab – und im Kanton Bern zerstört eine Serie von heftigen Murgängen die Grimselpass-Strasse und einen Teil des Lawinenschutzes, den wir erst ein Jahr zuvor, nach den Murgängen des Sommers 2009, neu installiert haben (siehe •http://www.spreitgraben.ch/cms/)
- Ab Anfang Dezember 2010 wird Europa zugeschneit: Flughäfen müssen schliessen, die Autos bleiben mitten auf den Autobahnen stecken. In manchen Gegenden ist der Dezember der kälteste seit Jahrzehnten. Im Januar folgt in Deutschland eine Hochwasserwelle. Derweilen fehlt der Schnee in den Schweizer Bergen.
- Im Januar und Februar 2011 kommt es in Australien zuerst wochenlang zu massiven Überschwemmungen; danach verwüstet der Zyklon Yasi die Küsten und facht Waldbrände an, die tagelang nicht in den Griff zu bekommen sind.
Das sind jetzt nur die Ereignisse von 12 Monaten – und vermutlich ist die Liste nicht einmal vollständig. Dass der Klimawandel und seine Wetterextreme mit dem CO2-Ausstoss zusammen hängen, wird heute nur noch von politischen Exoten bezweifelt. Interessant ist, dass es Versicherungen sind, die mittlerweile fast am dezidiertesten Klimaschutzmassnahmen verlangen, z.B. die •Gebäudeversicherung Bern. Kein Wunder: sie sehen die Folgekosten von heftigen Stürmen, Hochwasser, Bergrutschen oder Dürrebränden jeweils als erste.
Wir wissen, was gegen den Klimawandel getan werden muss, nämlich alles, was den CO2-Ausstoss reduziert. Wir brauchen besser isolierte Gebäude, erneuerbare Energien, energieeffiziente Geräte, ein griffiges Energiegesetz. Mehr davon im nächsten Newsletter.
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