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Fussgängerstreifen sollen sicherer werden

Die Unfälle auf Fussgängerstreifen in diesem Winter haben uns fassungslos gemacht: In der ganzen Schweiz sind Menschen angefahren und einige getötet worden. Ich habe eine systematische Analyse sämtlicher Fussgängerstreifen auf Berner Kantonsstrassen in Auftrag gegeben.

Wir alle erleben Momente, wo wir auf dem Velo fast umgefahren werden oder auf dem Fussgängerstreifen im letzten Moment vor einem Auto zurück weichen müssen, weil es offensichtlich nicht vor hat zu bremsen. Aber seien wir ehrlich: Manchmal gelingt es uns im Auto auch gerade erst im allerletzten Moment, einen Unfall zu vermeiden.

Menschen machen Fehler. Wir sind nicht perfekt und darum immer ein Risiko, ob am Steuer oder auf dem Fussgängerstreifen. Deshalb ist es wichtig, die Strassen so zu bauen, dass sie möglichst sicher sind – so dass sich Unfälle gar nicht erst ereignen können.

Für die Fussgängerstreifen heisst bauliche Prävention:

  • Sie müssen gut signalisiert sein
  • Sie müssen nach neusten Erkenntnissen beleuchtet sein
  • Es braucht auf beiden Strassenseiten sichere, gut einsehbare Warteräume und eventuell eine Mittelinsel

Auf Berner Kantonsstrassen gibt es 3‘072 Fussgängerstreifen. In den vergangenen zwanzig Jahren ist etwa jeder Vierte von der Kantonspolizei und vom kantonalen Tiefbauamt begutachtet worden. Dort, wo es nötig war, ist nachgebessert worden. Dazu kommen Strassen-Nachbesserungen, die das Tiefbauamt seit 2006 macht, wenn sich an einer bestimmten Stelle Unfälle häufen. Der Kanton hat in den vergangenen Jahren zudem laufend Schulwege und Strassen in Ortschaften unter die Lupe genommen und sicherer gestaltet. Auch die Gemeinden haben in dieser Sache viel unternommen.

Fussgängerstreifen vor der Sanierung

Bild vergrössern Fussgängerstreifen vor der Sanierung

Fussgängerstreifen nach der Sanierung

Bild vergrössern Fussgängerstreifen nach der Sanierung

Alle diese Massnahmen haben geholfen, die Verkehrsunfälle zu reduzieren – dies trotz Verkehrszunahme! Darüber bin ich sehr froh! Aber richtig freuen dürfen wir uns erst, wenn es gar keine schwer Verunfallten und keine Toten mehr gibt auf unseren Strassen. Darum habe ich im Dezember 2011 das Tiefbauamt beauftragt, für die Kantonsstrassen eine systematische Analyse sämtlicher Fussgängerstreifen vorzunehmen. Ich will wissen, ob es Lücken bei der Sicherheit gibt und wo es welche Verbesserungen braucht.

Ende 2012 werde ich die ersten Ergebnisse dieser Analyse haben. Danach geht es ans Umsetzen von Massnahmen, und ich hoffe, dass diese Arbeiten nicht mit dem Kostenargument behindert oder verzögert werden. Wir alle sind Fussgänger – auch auf dem Weg zum Bus oder zum parkierten Auto.

Aber vergessen wir nicht: Menschen machen Fehler. Wenn ein Autofahrer alkoholisiert ist, wenn er dumm und übermütig überholt, wenn er Tempo bolzt – dann hilft bauliche Prävention nichts, dann braucht es harte, abschreckende Strafen: Führerausweisentzug, hohe Bussen, Gefängnis. Und vergessen wir auch nicht unsere ganz persönliche Prävention, wenn wir zu Fuss unterwegs sind. Gerade in der dunklen Jahreszeit schützen farbige und reflektierende Kleider und Schuhe. Und vergessen wir auch nicht: „Luege – Lose – Loufe“ gilt nicht nur für Kinder…


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http://www.bve.be.ch/de/index/direktion/direktor/newsletter/ausgabe_01_2012/fussgaengerstreifen_sollen_sicherer_werden